Die Morde vom 22./23. April 1945

Beide Häftlingsgruppen sammeln sich im Zentral­bau des Zellen­gefäng­nisses. Sie treten in Zweier­reihen an und wer­den von etwa 30 bewaffne­ten Männern in die Mitte genommen. Den Häft­lingen wird ihre Verle­gung in die Gestapo-Zentrale in der Prinz-Albrecht-Straße 8 mit­geteilt. Der Weg soll über den Pots­damer Platz führen. Vor dem Tor steht auf der Lehrter Straße ein Wagen der Wehr­macht, auf den die Gefan­genen ihr Gepäck wer­fen. Ihre persön­lichen Papiere und Wert­sachen müssen sie eben­falls wieder abge­ben.

Eine angeb­liche Abkürzung soll über die Ruinen des „Univer­sum-Landes­ausstellungs­parks” (ULAP) führen. Die Gruppe der Gestapo-Gefangenen um Herbert Kosney wird am Ein­gang des ULAP-Geländes nach links ge­führt, die „Verur­teilten” nach rechts. Die linke Gruppe wird hinter ein „Gebäu­de mit einem Säulen­gang” geführt und hier mit Genick­schüssen ermor­det. Herbert Kosney überlebt mit einem Wangen­durch­schuss und stellt sich tot.

Die andere Gruppe der vom „Volks­gerichts­hof“ Verurteilten wird rechts vom Ein­gang des ULAP-Gelän­des vor eine etwa 100 Meter ent­fernte zer­störte Halle eines Aus­stellungs­restau­rants geführt und an einem Schutt­wall erschossen. Die Toten liegen je­weils einein­halb Meter von­einander ent­fernt und weisen gleich­artige Ein­schüsse am Nacken und Aus­schüsse an der Stirn auf. Sie sind nicht ge­fesselt; neben ihnen fin­den sich Patronen­hülsen vom Kaliber 7.65 mm.

 

Die ermordeten Gestapo-Gefangenen

Albrecht Haushofer 

Max Jennewein 

Carlos Wilhelm Moll

Ernst Munzinger 

Hans Victor von Salviati

Sergej Sossimow 

Wilhelm Staehle

 

Die „verurteilten” Gefangenen

Klaus Bonhoeffer 

Hans John 

Richard Kuenzer 

Carl Marks 

Wilhelm zur Nieden 

Friedrich Justus Perels

Rüdiger Schleicher 

Hans Ludwig Sierks