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Hans John

31. August 1911, Treysa
23. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit

Der Jurist Hans John beginnt 1939 eine Tätig­keit als Assis­tent am Institut für Luft­fahrt­recht der Uni­versität Berlin. Er wird im Juni 1940 zur Wehr­macht ein­ge­zogen, im März 1942 an der Ost­front schwer ver­wun­det und setzt nach seiner Ent­lassung seine wissen­schaft­liche Arbeit fort. 

Sowohl Hans John als auch sein Bru­der Otto, der in Madrid für die Luft­hansa ar­beitet, sind inten­siv an der Vor­be­reitung des Umsturz­ver­suchs vom 20. Juli 1944 beteiligt. Die Brüder haben enge Kontakte zu den Wider­stands­kreisen im Amt Aus­land/Abwehr des Ober­komman­dos der Wehr­macht. 

Nach der Fest­nahme Hans Osters und Hans von Dohnanyis im Früh­jahr 1943 unter­stützen sie maßgeblich den ebenfalls zum Widerstandskreis im Amt Ausland/Abwehr gehörenden Haupt­mann Ludwig Gehre, der sich bis zu seiner Festnahme im November 1944 der Verfolgung entziehen kann.  

Otto John gelingt am 24. Juli 1944 die Flucht aus Deutsch­land. Hans John wird am 17. August 1944 fest­genom­men und während der fol­genden Ver­höre schwer miss­handelt. Am 2. Februar 1945 wird er vom „Volks­gerichts­hof“ zum Tode ver­urteilt und in der Nacht zum 23. April 1945 auf einem Gelände beim Berliner Zellen­gefäng­nis Lehr­ter Straße von einem Sonder­kom­mando aus dem Reichs­sicherheits­haupt­amt erschossen.

Wie fasste Hans John die Arbeit und die Aufgabe von ihnen allen zusammen, wenn er schrieb: ,Ich werde den Weg ohne Bitternis gehen, in der Hoffnung, dass über dem Chaos eine andere Welt entsteht, in der Wahrheit, Menschlichkeit und Güte eine feste Heimstatt haben werden.'

Eberhard Bethge in seiner Predigt anlässlich der Trauerfeier für Hans John am 11. Juni 1945 auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof

Quelle: Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Portrait: Hans JohnHans John