Hans John
23. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit
Hans John ist nach dem Zweiten juristischen Staatsexamen ab August 1939 als Assistent von Rüdiger Schleicher, der als Honorarprofessor lehrt, am Institut für Luftrecht an der Berliner Universität täig. Im Juni 1940 wird er zur Wehrmacht eingezogen. Nach einer schweren Verwundung an der Ostfront kann er seine wissenschaftliche Arbeit in Berlin fortsetzen.
Hans John als auch sein Bruder Otto, der seit 1937 als Jurist für die Lufthansa in Madrid arbeitet, sind intensiv an der Vorbereitung des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 beteiligt. Beide stehen in engem Kontakt mit Otto Johns Vorgesetztem Klaus Bonhoeffer, der verschiedene Widerstandsgruppen zusammenzuführen sucht. Eine enge Verbindung besteht auch zum Kreis der Verschwörer im Amt Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht.
Otto John kann als einziger am 24. Juli 1944 mit einem Flug der Lufthansa nach Madrid entkommen. Hans John wird am 17. August 1944 festgenommen und während der folgenden Verhöre schwer misshandelt. Am 2. Februar 1945 wird er mit Klaus Bonhoeffer, Rüdiger Schleicher und Friedrich Justus Perels vom „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt.
In der Nacht zum 23. April 1945 wird Hans John zusammen mit diesen und weiteren Personen auf einem Gelände beim Berliner Zellengefängnis Lehrter Straße von einem Sonderkommando des Reichssicherheitshauptamts ermordet.
Wie fasste Hans John die Arbeit und die Aufgabe von ihnen allen zusammen, wenn er schrieb: ,Ich werde den Weg ohne Bitternis gehen, in der Hoffnung, dass über dem Chaos eine andere Welt entsteht, in der Wahrheit, Menschlichkeit und Güte eine feste Heimstatt haben werden.'
Eberhard Bethge in seiner Predigt anlässlich der Trauerfeier für Hans John am 11. Juni 1945 auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof
Quelle: Gedenkstätte Deutscher Widerstand



















