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Hans John

31. August 1911, Treysa
23. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit

Hans John ist nach dem Zweiten juris­tischen Staats­examen ab August 1939 als Assis­tent von Rüdiger Schleicher, der als Honorar­pro­fessor lehrt, am Institut für Luft­recht an der Berliner Uni­versität täig. Im Juni 1940 wird er zur Wehr­macht ein­ge­zogen. Nach einer schweren Ver­wun­dung an der Ost­front kann er seine wissen­schaft­liche Arbeit in Berlin fort­setzen. 

Hans John als auch sein Bru­der Otto, der seit 1937 als Jurist für die Luft­hansa in Madrid arbeitet, sind inten­siv an der Vor­be­reitung des Um­sturz­ver­suchs vom 20. Juli 1944 betei­ligt. Beide stehen in engem Kontakt mit Otto Johns Vor­ge­setz­tem Klaus Bon­hoeffer, der ver­schie­dene Wider­stands­gruppen zusam­men­zufüh­ren sucht. Eine enge Ver­bin­dung besteht auch zum Kreis der Ver­schwö­rer im Amt Aus­land/Ab­wehr des Ober­kom­man­dos der Wehr­macht. 

Otto John kann als einziger am 24. Juli 1944 mit einem Flug der Luft­hansa nach Madrid ent­kommen. Hans John wird am 17. August 1944 fest­ge­nom­men und während der fol­genden Ver­höre schwer miss­handelt. Am 2. Februar 1945 wird er mit Klaus Bon­hoeffer, Rüdiger Schleicher und Friedrich Justus Perels vom „Volks­ge­richts­hof“ zum Tode ver­urteilt. 

In der Nacht zum 23. April 1945 wird Hans John zusam­men mit diesen und weiteren Personen auf einem Gelände beim Berliner Zellen­gefäng­nis Lehr­ter Straße von einem Son­der­kom­mando des Reichs­sicher­heits­haupt­amts ermordet.

Wie fasste Hans John die Arbeit und die Aufgabe von ihnen allen zusammen, wenn er schrieb: ,Ich werde den Weg ohne Bitternis gehen, in der Hoffnung, dass über dem Chaos eine andere Welt entsteht, in der Wahrheit, Menschlichkeit und Güte eine feste Heimstatt haben werden.'

Eberhard Bethge in seiner Predigt anlässlich der Trauerfeier für Hans John am 11. Juni 1945 auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof

Quelle: Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Portrait: Hans JohnHans John