Hans John
23. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit
Der Jurist Hans John beginnt 1939 eine Tätigkeit als Assistent am Institut für Luftfahrtrecht der Universität Berlin. Er wird im Juni 1940 zur Wehrmacht eingezogen, im März 1942 an der Ostfront schwer verwundet und setzt nach seiner Entlassung seine wissenschaftliche Arbeit fort.
Sowohl Hans John als auch sein Bruder Otto, der in Madrid für die Lufthansa arbeitet, sind intensiv an der Vorbereitung des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 beteiligt. Die Brüder haben enge Kontakte zu den Widerstandskreisen im Amt Ausland/Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht.
Nach der Festnahme Hans Osters und Hans von Dohnanyis im Frühjahr 1943 unterstützen sie maßgeblich den ebenfalls zum Widerstandskreis im Amt Ausland/Abwehr gehörenden Hauptmann Ludwig Gehre, der sich bis zu seiner Festnahme im November 1944 der Verfolgung entziehen kann.
Otto John gelingt am 24. Juli 1944 die Flucht aus Deutschland. Hans John wird am 17. August 1944 festgenommen und während der folgenden Verhöre schwer misshandelt. Am 2. Februar 1945 wird er vom „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt und in der Nacht zum 23. April 1945 auf einem Gelände beim Berliner Zellengefängnis Lehrter Straße von einem Sonderkommando aus dem Reichssicherheitshauptamt erschossen.
Wie fasste Hans John die Arbeit und die Aufgabe von ihnen allen zusammen, wenn er schrieb: ,Ich werde den Weg ohne Bitternis gehen, in der Hoffnung, dass über dem Chaos eine andere Welt entsteht, in der Wahrheit, Menschlichkeit und Güte eine feste Heimstatt haben werden.'
Eberhard Bethge in seiner Predigt anlässlich der Trauerfeier für Hans John am 11. Juni 1945 auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof
Quelle: Gedenkstätte Deutscher Widerstand



















