Die Mordaktion vom 23./24. April 1945

In der Nacht vom 23. zum 24. April holt gegen 3 Uhr ein Kommando von Gestapo- und SS-Ange­hörigen noch Albrecht Graf von Bernstorff, Karl Ludwig Freiherr von und zu Gutten­berg und Ernst Schneppen­horst aus dem Keller­geschoss des Zellen­gefäng­nisses unter dem Vor­wand ihrer Verlegung ab. Gutten­berg kann sich noch von Adam Kaiser und Justus Delbrück verab­schieden. Bernstorff ist noch wenige Stun­den zuvor als Brand­wache auf dem Ge­fängnis­dach einge­setzt. Die Gefang­enen erhalten ihre Effek­ten und ver­lassen mit ihren Bewa­chern das Zellen­gefängnis. Wo genau sie er­schossen und danach unter den tausen­den unbekannter Kriegs­toter Ende April 1945 in Berlin beer­digt werden, bleibt unbekannt.

Das Gefangenen­buch der Sonder­abteilung weist bei allen drei Gefang­enen den lapi­daren Ent­lassungs­vermerk „23.4.45 Justiz“ auf. Doch dies ist Tarnung, denn diesen Ver­merk tragen so­wohl die be­reits am 22. April Ermor­deten wie auch die erst am 25. April aus der Haft Ent­lassenen, die in der Tat am 23. April von der Gestapo in die Ob­hut der Justiz­verwal­tung abge­geben werden.