Nach 1945
Die Lage des Massengrabes wird bald nach Kriegsende durch einen Gedenkstein gekennzeichnet, der später durch ein Hochkreuz ergänzt wird. Am 11. Juni 1945 hält Eberhard Bethge dort eine Trauerfeier ab. Der Leichnam von Albrecht Haushofer wird auf dem Friedhof in der Wilsnacker Straße beigesetzt.
Nach der Entlassung der letzten Gefangenen am 23. April 1945 wird das Gefängnis von sowjetischen Soldaten besetzt. Bereits im Oktober 1945 wird das teilzerstörte Gefängnis wieder von der Justizverwaltung übernommen. In den Jahren 1947 bis 1949 werden im Zellengefängnis die in Berlin gefällten Todesurteile durch das Fallbeil vollstreckt. Unter den zwölf Hingerichteten sind auch eine Ärztin und eine Oberpflegerin, die im Krankenhaus Meseritz-Obrawalde mehrere hundert Patientinnen und Patienten im Rahmen der nationalsozialistischen Krankenmordaktionen getötet hatten.
Bis 1955 dient das Zellengefängnis dann als Zuchthaus; die letzten 300 Gefangenen werden im Frühjahr 1955 in das Zuchthaus Tegel überführt. 1957/58 werden die Gebäude abgerissen; das Gelände dient als Bauhof des Bezirks und wird in die Planungen der nicht realisierten „Westtangente” der Stadtautobahn einbezogen. 1990 wird ein Gedenkstein zur Erinnerung an die Mordaktion in der Seydlitzstraße/Ecke Lehrter Straße gesetzt. Seit 2006 steht der Geschichtspark Lehrter Straße der Öffentlichkeit zur Verfügung.