Nach dem 20. Juli 1944

Einen Tag nach dem gescheiterten Umsturz­versuch vom 20. Juli 1944 beginnt im Amt IV des Reichs­sicher­heits­haupt­amtes unter dessen Chef, Reichs­kriminal­direktor und SS-Gruppen­führer Heinrich Müller, die „Sonder­kommission 20. Juli“ mit zeit­weilig 400 Mit­arbei­tern ihre Arbeit. In den folgen­den Tagen werden viele der am Umsturz­versuch beteiligten Offi­ziere und Zivi­listen festge­nommen.

Das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 ist die nächst­gelegene größere Haft­stätte, die der Gestapo in Berlin zur Ver­fügung steht. Der General­staats­anwalt beim Kammer­gericht Dr. Kurt-Walter Hanssen ordnet die sofortige Frei­machung von 250 Haft­plätzen an. 150 Ge­fangene werden am 21. Juli 1944 zu Fuß in die Unter­suchungs­haft­anstalt beim Kriminal­gericht in Alt-Moabit überführt. Schon am sel­ben Tag werden die ersten Gefangenen der „Sonderkommission 20. Juli“ eingeliefert. Dabei handelt es sich vor allem um Offiziere, die an den Aktionen in der Bendler­straße und in Berlin teil­genom­men haben.