Frühe Gefangene
Bald nach der nationalsozialistischen Regierungsübernahme 1933 werden politische Gegner des Nationalsozialismus als „Schutzhaftgefangene” im Zellengefängnis inhaftiert. Nur einige von ihnen sind namentlich bekannt, so der unmittelbar am Tag nach dem Reichstagsbrand am 28. Februar 1933 festgenommene Erich Mühsam, der am 6. April 1933 in das ehemalige Zuchthaus Sonnenburg verlegt wird, das seit dieser Zeit als Konzentrationslager dient. Ebenfalls unmittelbar nach dem Reichstagsbrand wird der Jurist und kommunistische Journalist Erich Baron festgenommen, der nach schweren Folterungen am 26. April 1933 im Zellengefängnis Suizid begeht.
Auch der frühere kommunistische Abgeordnete im Preußischen Landtag Fritz Ausländer, ebenfalls am 28. Februar 1933 festgenommen, ist im Frühjahr 1933 im Zellengefängnis inhaftiert. Ausländer bleibt bis 1935 in den Konzentrationslagern Sonnenburg und Esterwegen gefangen. Die politischen „Schutzhäftlinge” werden im April 1933 in das Konzentrationslager Sonnenburg oder in das Gefängnis Plötzensee überführt.