Die Zellen
Die Einzelzellen sind weniger als zehn Quadratmeter groß, etwa vier Meter lang und zweieinhalb Meter breit. Zu dem spartanischen Inventar gehören ein eisernes Bett mit einer alten Matratze oder einem Strohsack, ein kleiner Tisch, ein Hocker, ein Spind, einige Kleiderhaken, ein Wasserkrug, eine Waschschüssel und ein Abortkübel. Durch das hochgelegene und vergitterte Fenster können die Häftlinge einen Teil des Hofes oder der gegenüberliegenden Mauer wahrnehmen.
Die Zellen sind stark verschmutzt und ungeheizt, auch im strengen Winter 1944/45. Ein großes Problem – bereits seit Mitte der 1930er Jahre – ist die Wanzenplage. Auf der eisernen Gangbrücke vor den Zellen gehen Tag und Nacht die Posten auf und ab. Sie beobachten die Gefangenen durch den „Spion” in der Zellentür. In den meisten Zellen brennt Tag und Nacht das Licht.
Die medizinische Versorgung im Zellengefängnis ist vollkommen unzureichend. Es gibt zwar im Erdgeschoss eine sogenannte „Sanitätszelle”, tatsächlich handelt es sich eher um „eine Art Sanitätsfeldwebel, der die sich Meldenden mit einigen Späßen und evtl. mit einer Tablette Aspirin oder einem Pflaster abfertigte.” So übernehmen zunehmend inhaftierte Ärzte die medizinische Minimalversorgung ihrer Mitgefangenen.