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Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg

22. Mai 1902, Würzburg
24. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit

Karl Ludwig Freiherr von und zu Gutten­berg gründet nach seinem Geschichts­studium 1930 die Arbeits­stelle für kon­ser­vatives Schrift­tum, aus der 1934 das Organ „Weiße Blätter. Zeit­schrift für Geschich­te, Tradition und Staat” hervor­geht. Er ist mit Therese Prinzes­sin zu Schwarzen­berg ver­hei­ratet, mit der er zwei Töchter und einen Sohn hat. 

Für die „Weißen Blätter” gewinnt Gutten­berg im Laufe der Zeit Autoren wie Rein­hold Schneider, Jochen Klepper und Ulrich von Hassell. Im August 1939 kann Gutten­berg den ersten Kontakt zwischen Carl Goerdeler und dem Diplo­maten Ulrich von Hassell ver­mitteln. Wie andere Hitler­gegner wird Gutten­berg mit Hilfe von Ludwig Beck zum Wehr­dienst beim Amt Aus­land/Abwehr im Ober­komman­do der Wehr­macht unter Admiral Canaris einge­zogen und gehört dort zum Kreis um Hans Oster und Hans von Dohnanyi. 

Wenige Tage nach dem Um­sturz­ver­such wird Gutten­berg in Zagreb festge­nommen, nach Deutschland gebracht und im KZ Ravens­brück und in der Schule der Sicher­heits­polizei in Drögen inhaftiert. Am 17. August 1944 kommt er in das Zellen­gefängnis und wird bei Ver­hören in der Prinz-Albrecht-Straße schwer gefol­tert. Da es auf Weisung Hitlers keinen Prozess gegen Ange­hörige der Ab­wehr geben soll, bleibt Gutten­berg in Haft. 

Während Hans von Dohnanyi am 9. April 1945 im KZ Sachsen­hausen, Wilhelm Canaris, Ludwig Gehre und Dietrich Bon­hoeffer am 9. April im KZ Flossen­bürg ermordet werden, wird Gutten­berg erst in der Nacht vom 23. auf den 24. April 1945 von einem Sonder­komman­do aus dem Reichs­sicher­heits­haupt­amt ermor­det.

Er war sich schon damals klar darüber, daß wir alles, was unsere Haft uns etwa an Vertrauen im In- und Auslande eintragen könnte, falls wir am Leben blieben, für diese Hilfe einzu­setzen haben würden. Er hatte sich die volle Fähig­keit bewahrt, an andere zu denken; und der Grund dafür war die einfache Tatsache, daß er ein Christ war. An ihm konnte man lernen, daß Güte und Mut auf eine verbor­gene Weise zusammen­gehören.

Hanns Lilje über seinen Mithäftling Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg

Quelle: Hanns Lilje, Im finstern Tal. Rückblicke auf eine Haft, Hannover 2016, S. 73.

Portrait: Karl Ludwig Freiherr von und zu GuttenbergKarl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg, 1942