Wilhelm Staehle
23. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit
Der aus einem deutsch-niederländischen Elternhaus stammende Berufsoffizier Wilhelm Staehle steht seit 1937 in enger Verbindung zu Carl Goerdeler. Von Anfang an sind er und seine Frau Hildegard aus konservativer, niederländisch-calvinistisch geprägter Einstellung Gegner des NS-Regimes. Das Ehepaar hilft Verfolgten und gehört zum Helferkreis der „Kirchlichen Hilfsstelle für evangelische Nichtarier“ (Büro Pfarrer Grüber). Wilhelm Staehle kann hierfür seit Ende der 1930er Jahre seine Stellung als Kommandant der Invalidensiedlung in Berlin-Frohnau nutzen.
Er verfügt darüber hinaus über gute Verbindungen zu bürgerlichen Widerstandskreisen und zu Angehörigen des Amtes Ausland/Abwehr. Nach einem erfolgreichen Umsturz soll Staehle übergangsweise die militärische Leitung in den Niederlanden und Belgien übernehmen.
Doch bereits am 12. Juni 1944 wird Wilhelm Staehle im Zuge der Ermittlungen gegen den Kreis um Hanna Solf festgenommen, zwei Monate später auch seine Frau Hildegard. Er wird während der Verhöre durch Kriminalrat Kurt Stawizki schwer misshandellt und am 7. Oktober 1944 in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße eingeliefert. Der Prozess gegen ihn wird mehrfach verschoben, am 16. März 1945 verurteilt der „Volksgerichtshof“ ihn schließlich zu zwei Jahren Gefängnis.
Wilhelm Staehle wird jedoch von der Gestapo nicht der Justiz zur Strafvollstreckung übergeben, da diese das Urteil für zu milde hält. Er wird in der Nacht zum 23. April 1945 auf dem ULAP-Gelände in Berlin-Mitte von der Gestapo ermordet.








