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Herbert Kosney

24. August 1917, Berlin
18. Mai 2012, Berlin (Ost)

Der Schlosser Herbert Kosney wird bereits 1935 bei der Verteilung kommu­nistischer Flugblätter festge­nommen und sieben Monate im Konzen­trations­lager Columbia-Haus inhaf­tiert. Im Dezember 1939 zur Wehrmacht einberufen, wird Kosney am 24. August 1944 fest­genom­men und in das Zellen­gefängnis Lehrter Straße 3 gebracht. Bereits in den Tagen zuvor sind einige der Fluchthelfer von Reichs­kriminal­direktor Arthur Nebe, zu denen Kosney Kontakt hat, inhaftiert worden. Herbert Kosney wird jedoch nach vier Wochen wieder freige­lassen. 

Er kehrt zu seinem Truppen­teil nach Güterfelde zurück und wird im November 1944 nach Frank­furt/Oder abkomman­diert, wo er am 15. Januar 1945 erneut festge­nommen und am 21. Februar 1945 in das Zellen­gefängnis einge­liefert wird. In­zwischen sind seine Verbin­dungen zur kommu­nistischen Wider­stands­gruppe bei der AEG in der Dront­heimer Straße bekannt geworden. Mehrere Angehörige dieser Gruppe werden nach Todes­urteilen des Kammer­gerichts noch im April 1945 im Straf­gefäng­nis Berlin-Plötzensee ermordet. 

Die für den 21. April 1945 ange­setzte Haupt­ver­hand­lung gegen Herbert Kosney kann wegen der mili­tärischen Ent­wicklung nicht mehr statt­finden. Offenbar deshalb ordnet Gestapo­chef Heinrich Müller einen Tag später die Er­schießung von Herbert Kosney, Sergej Sossimow und Max Jennewein an, die der Wider­stands­gruppe bei der AEG angehört haben. Herbert Kosney überlebt die Mord­aktion als einziger schwer ver­letzt und spielt als Augen­zeuge bei der Rekons­truktion eine zentrale Rolle. 

Durch bleibende Schäden lebens­lang beein­trächtigt, lebt Herbert Kosney nach Kriegs­ende in Berlin-Pankow.  

Herbert Kosney war in unserem Prozess nicht mitauf­geführt. Sein Verfahren schwebte genau noch wie mein Verfahren. Seine Verhaf­tung in der Juli-Geschichte [Umsturz­versuch vom 20. Juli 1944] erfolgte durch den Umstand, dass er als Chaffeur einen Haupt­mann fuhr. Die Schuß­waffen, die er Heerlein besorgte, wurden sicher­gestellt. ... Dass er den Auftrag hatte, Waffen zu besorgen, erzählte[n] mir Weller und Heerlein. Ich habe den Eindruck, dass er bei den Ver­neh­mungen eisern und furchtlos war.

Heinrich Leistikow aus der Widerstandsgruppe der AEG Drontheimer Straße über Herbert Kosney

Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01, Nr. 6218

Portrait: Herbert KosneyHerbert Kosney, um 1995