Sergej Sossimov
23. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit
Sergej Sossimov ist sowjetischer Kriegsgefangener und hat Kontakte zu der Widerstandsgruppe aus dem AEG-Betrieb Drontheimerstraße in Berlin-Wedding. Laut Herbert Kosney fertigt Sossimov Passierscheine in russischer Sprache für Angehörige der Widerstandsgruppe der AEG an.
Er ist seit dem 22. Februar 1945 im Zellengefängnis Lehrter Straße 3 inhaftiert. Gemeinsam mit Herbert Kosney und Max Jennewein, die auch der Widerstandsgruppe bei der AEG zuzuordnen sind, wird Sergej Sossimov auf Befehl von Heinrich Müller, Chef des Amtes IV (Gestapo) im Reichssicherheitshauptamt, in der Nacht von 22. auf den 23. April 1945 auf dem ULAP-Gelände in Moabit erschossen.
An der Mordstelle findet Eberhard Bethge am 2. Juni 1945 zwei Fotos von Sergej Sossimov.
Der Tischler Sergew Sominow [sic] ist mir vom Ansehen bekannt. Er muss Anfang März in die Lehrterstrasse eingeliefert worden sein. Er lief immer mit einem grünen sowjetischen Militärmantel herum. Soweit ich mich erinnere, ist Sominow entweder Anfang April von der Lehrterstr. weggekommen oder er ist anlässlich der Sonderaktion gegen die Berliner Kommunisten mit diesen gemeinsam erschossen worden.
Hans von Reclam über den Mithäftling Sergej Sossimov in einem Schreiben an Carl-Hans Graf Hardenberg, 23. Oktober 1946
Quelle: Archiv der Stiftung Hilfswerk 20. Juli 1944


