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Wilhelm zur Nieden

29. August 1878, Fröndenberg/Ruhr
23. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit

Der als Sohn eines Pfarrers geborene Wilhelm zur Nieden arbeitet nach dem Studium seit 1904 für die August-Thyssen-Hütte in Ham­born, bevor er 1910 tech­nischer Direktor der Stadt­werke in Barmen wird. Seit März 1927 ist er General­direktor der Leipziger städtischen tech­nischen Werke und Stadt­bau­rat in Leipzig. Obwohl zur Nieden im Mai 1933 noch im Amt bestätigt wird und nun den Titel „Tech­nischer Bürger­meister“ trägt, wird seine Wahl im Oktober 1933 für ungültig erklärt und er wird aus dem Dienst der Stadt Leipzig ent­lassen. 

In den folgenden Jahren verfasst zur Nieden ver­schiedene Gutachten für den Rech­nungs­hof des Deutschen Reiches und für die private Wirt­schaft. Ende Dezember 1943 stellt er sich Carl Goerdeler nach einem erfolg­reichen Staats­streich für eine leitende politische Position im Ver­kehrs­minis­terium zur Verfügung. 

Wilhelm zur Nieden wird im August 1944 von der Gesta­po festgenommen. Das Gefan­genen­buch in der Lehrter Straße nennt seine Einlieferung unter dem Datum des 7. Oktober 1944. Am 19. Januar 1945 wird Wilhelm zur Nieden vom „Volks­ge­richts­hof“ zum Tode verur­teilt und anschließend wieder im Zellen­gefäng­nis inhaftiert. 

Er wird in der Nacht zum 23. April 1945 auf dem ULAP-Gelände in der Nähe des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße von einem Sonder­komman­do aus dem Reichs­sicher­heits­haupt­amt erschossen.

Portrait: Wilhelm zur NiedenWilhelm zur Nieden