Wilhelm zur Nieden
23. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit
Der als Sohn eines Pfarrers geborene Wilhelm zur Nieden arbeitet nach dem Studium seit 1904 für die August-Thyssen-Hütte in Hamborn, bevor er 1910 technischer Direktor der Stadtwerke in Barmen wird. Seit März 1927 ist er Generaldirektor der Leipziger städtischen technischen Werke und Stadtbaurat in Leipzig. Obwohl zur Nieden im Mai 1933 noch im Amt bestätigt wird und nun den Titel „Technischer Bürgermeister“ trägt, wird seine Wahl im Oktober 1933 für ungültig erklärt und er wird aus dem Dienst der Stadt Leipzig entlassen.
In den folgenden Jahren verfasst zur Nieden verschiedene Gutachten für den Rechnungshof des Deutschen Reiches und für die private Wirtschaft. Ende Dezember 1943 stellt er sich Carl Goerdeler nach einem erfolgreichen Staatsstreich für eine leitende politische Position im Verkehrsministerium zur Verfügung.
Wilhelm zur Nieden wird im August 1944 von der Gestapo festgenommen. Das Gefangenenbuch in der Lehrter Straße nennt seine Einlieferung unter dem Datum des 7. Oktober 1944. Am 19. Januar 1945 wird Wilhelm zur Nieden vom „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt und anschließend wieder im Zellengefängnis inhaftiert.
Er wird in der Nacht zum 23. April 1945 auf dem ULAP-Gelände in der Nähe des Zellengefängnisses Lehrter Straße von einem Sonderkommando aus dem Reichssicherheitshauptamt erschossen.












