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Hans Sierks

24. Juli 1877, Seeth/Schleswig
23. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit

Der 1877 als Sohn eines Bauern gebo­rene Hans Sierks arbeitet nach seinem Studium in Stutt­gart als Bau­inge­nieur, seit 1912 im Dresdener Hoch­bau­amt. Am Ersten Wel­tkrieg nimmt er als Frei­williger teil, zuletzt als Leutnant. Er ist 1918 Mit­glied des Solda­ten­rates in Thorn, tritt 1919 der SPD bei und gehört später auch der Sozia­listi­schen Arbei­ter­partei (SAP) an. Ab 1924 ist er frei­beruflich als Städte­bau- und Ver­kehrs­experte tätig. 

Im Früh­jahr 1944 hat er Kontakt zu Leipziger Kom­munisten, die sich als Ange­hörige des „National­komitee Freies Deutsch­land” begreifen. Hans Sierks arbeitet eng mit ihnen zusam­men. 

Am 25. Juli 1944 wird Sierks von Hermann Linde­mann gefragt, ob er für seinen Vetter, den General der Artillerie Fritz Linde­mann, der nach dem Scheitern des Um­sturz­ver­suchs vom 20. Juli 1944 unter­ge­taucht ist, ein Quar­tier in Berlin beschaffen kann. Sierks nennt ihm den Archi­tekten Erich Gloeden, von dem er weiß, dass er bereits Hilfe für Ver­folgte geleis­tet hat. 

Die Dresdener Gestapo nimmt Hans Sierks am 3. Sep­tember 1944 fest und miss­handelt ihn schwer. Nach der Haft im Polizei­ge­fängnis Dresden ist er seit Ende Septem­ber/Anfang Oktober 1944 im Zellen­gefängnis Lehrter Straße inhaft­iert. Der „Volks­ge­richts­hof” ver­ur­teilt Hans Sierks gemein­sam mit Carl Marks am 1. Dezember 1944 zum Tode. 

In der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 werden sie zusam­men mit anderen Gefan­genen von einem Son­der­kommando des Reichs­sicher­heits­haupt­amts ermordet.

[Hans] Sierks war immer voll Humor über seine Peiniger, die Kälte und den Hunger. In aller Bitter­keit und Härte spürte man ihnen [den Ermordeten] das Bewusst­sein ab, an der rechten Stelle zu stehen, ob ihnen Erfolg beschieden war oder nicht. Sie befanden sich nicht mehr nur auf der Seite der Schuld an der Katas­trophe. Sie fielen wohl dem Tod, doch nicht dem Teufel anheim.

Eberhard Bethge in seiner Predigt anlässlich der Trauerfeier am 11. Juni 1945 auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof

Quelle: Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Portrait: Hans SierksHans Sierks