Friedrich Justus Perels
23. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit
Friedrich Justus Perels studiert Rechtswissenschaften und legt 1933 das Erste, 1936 das Zweite juristische Examen ab. Da sein zum evangelischen Glauben konvertierter Großvater jüdischer Herkunft ist, bleibt ihm eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst verwehrt. Schon während des Referendariats berät Perels den Pfarrernotbund und die Bekennende Kirche (BK), seit 1936 ist er offiziell Justitiar der BK der Altpreußischen Union. 1940 heiratet er Helga Kellermann, mit der er 1942 den Sohn Joachim bekommt. 1940 kommt er zudem durch Dietrich Bonhoeffer in Kontakt mit dem Widerstandskreis im Amt Ausland/Abwehr und ist an den Vorbereitungen für die Rettungsaktion „Unternehmen Sieben” beteiligt.
Im Herbst 1941 stellen Bonhoeffer und Perels Informationen über die ersten Deportationen aus Berlin zusammen. Dietrich Bonhoeffer informiert ihn zudem über die Planungen Goerdelers. 1942/43 nimmt er mehrfach an Besprechungen des Kreises um Johannes Popitz und Walter Bauer teil. Mitte Juli 1944 wird Friedrich Justus Perels von Klaus Bonhoeffer über den unmittelbar bevorstehenden Umsturzversuch informiert. Noch Ende Juli 1944 spricht Perels mit Klaus Bonhoeffer und Hans John über die Konsequenzen aus dem Scheitern ihrer Bemühungen.
Perels wird am 5. Oktober 1944 festgenommen und noch am selben Tag in das Zellengefängnis eingeliefert. Am 2. Februar 1945 wird er vom „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt. Friedrich Justus Perels bleibt nach dem Urteil im Zellengefängnis inhaftiert und wird in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 zusammen mit anderen Gefangenen von einem Sonderkommando des Reichssicherheitshauptamtes auf dem ULAP-Gelände in der Nähe des Gefängnisses ermordet.
Wann kam einer vergeblich zu Friedrich Justus Perels? Vom Morgen bis zum Abend ließ er sich in Anspruch nehmen und machte Wege bis zur Erschöpfung, um Gefangenen die Freiheit zu verschaffen, Angehörigen von K.Z.-Leuten zu helfen, Pfarrfrauen zu beraten, Juden ihr Los zu erleichtern, sie zu verstecken oder ihnen zur Flucht zu verhelfen, der Kirche Möglichkeiten zum Wirken zu schaffen. Was sind wir ihm für Dank schuldig!
Eberhard Bethge in seiner Predigt anlässlich der Trauerfeier am 11. Juni 1945 auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin
Quelle: Gedenkstätte Deutscher Widerstand























