Carl Marks
23. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit
Carl Marks dient als Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg und wird 1918 als Leutnant zum Piloten ausgebildet. Nach dem Krieg arbeitet er einige Jahre in der Darmstädter Bank in Berlin und später in leitenden Positionen in der Druckmaschinenindustrie. 1939 gründet Marks gemeinsam mit Hermann Lindemann eine eigene Fabrik für Druckmaschinen in Dresden.
Am 26. Juli 1944 fährt Carl Marks gemeinsam mit dem General der Artillerie Fritz Lindemann, der nach dem Scheitern des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 untergetaucht ist, mit der Bahn von Dresden nach Berlin, um diesen dort zu verstecken. Er verschafft ihm für eine Nacht eine Unterkunft bei seinem Geschäftsfreund Wilhelm Senzky, für die nächste Nacht bei dem Oberstleutnant Horst von Petersdorff.
Carl Marks wird von einem Geschäftspartner denunziert und am 22. August 1944 festgenommen. Ab September 1944 ist er im Zellengefängnis Lehrter Straße 3 inhaftiert, wird dann aber in das Strafgefängnis Berlin-Tegel verlegt. Ab dem 22. November 1944 ist er wieder in der Gestapo-Abteilung des Zellengefägnisses in Haft. Der „Volksgerichtshof” unter dem Vorsitz von Roland Freisler verurteilt ihn gemeinsam mit Hans Sierks am 1. Dezember 1944 zum Tode.
Nach dem Prozess werden beide ins Zellengefängnis zurückgebracht. In der Nacht vom 22. auf den 23. April werden sie zusammen mit sechs weiteren Gefangenen von einem Sonderkommando des Reichssicherheitshauptamts ermordet.
Für die Blutschuld unsers Volkes bedurfte es der unschuldigen Opfer. ... Wir wissen und wir rühmen, was wir an diesen Männern, Vätern, Brüdern, Söhnen und Freunden hatten und danken Gott für jeden Einzelnen Schleicher, Bonhoeffer, Perels, John, zur Nieden, Kuenzer, Sierks und Marx [sic]. Ihre Namen sollten gelöscht werden, aber wir halten sie in Dankbarkeit gegen Gott im Gedächtnis und mit uns viele andere. ... Sie haben sich den Gefahren ausgesetzt, Geächteten zu helfen; sie versuchten, der gotteslästerlichen Erziehung unseres Volkes zu wehren.
Eberhard Bethge in seiner Predigt anlässlich der Trauerfeier am 11. Juni 1945 auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof
Quelle: Gedenkstätte Deutscher Widerstand












































