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Max Jennewein

4. August 1903, Berlin
23. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit

Der 1903 als Sohn eines Sattlers geborene Max Jenne­wein ist gelern­ter Kraft­fah­rer und zwölf Jahre als Kraft­drosch­ken­fahrer tätig. Nach drei­jähriger Arbeits­losig­keit nimmt er eine Tätig­keit als Hilfs­arbeiter in einem Rüs­tungs­be­trieb, den Berliner Physika­lischen Werk­stätten, auf. Seit 1929 ist er Mit­glied der KPD. 

1942 wird er zur AEG-Apparate­fabrik Dront­heimer Straße in Berlin-Wedding dienst­ver­pflich­tet. Wegen der Bom­ben­gefahr werden Teile des Betriebes in die besetzte Tschecho­slowakei ausge­lagert und Max Jennewein arbeitet ab 1944 in Tetschen-Bodenbach. 

Als er von einem „Heimat­urlaub” im Februar 1945 luft­kriegs­bedingt verspätet zurück­kehrt, nimmt ihn die Gestapo wegen angeb­licher „Arbeits­bummelei” fest. Ende März 1945 wird er nach Berlin gebracht und am 26. März in das Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße einge­liefert. 

Da ein Gerichts­ver­fahren wegen seiner Kontakte zur Wider­stands­gruppe in der AEG Dront­heimer Straße zeitlich nicht mehr mög­lich ist, wird Max Jenne­wein bei einer Mord­aktion der Gestapo mit sieben weiteren Gefan­genen in der Nacht vom 22. auf den 23. April auf einem Ruinen­grund­stück in der Nähe des Zellen­gefäng­nisses ermordet.

Herbert Kosney über­lebt diese Erschie­ßung schwer ver­letzt und kann über die Mord­aktion berichten.  

Max Jenne­wein wurde am 25.3. [26.3.] in die Lehrter Str. einge­liefert, nach­dem er vorher 14 Tage in Teschen-Boden­bach [sic] zuge­bracht hatte. Auch er hatte im Jahre 1944, bevor er mit seiner Abt. nach Bensen verla­gert wurde, mit ,Wilhelm’ und ,Max' [Funk­tionäre der Wider­stands­gruppe der AEG-Tur­binen­fabrik] Treffs gehabt. Die Schuß­waffen, die er bei sich hatte, wurden beschlag­nahmt. Seine Ver­neh­mungen fanden in Lich­ter­felde statt, auch er erhielt, ohne dass ein Prozess stattge­funden hatte, den Genick­schuss der SS.

Heinrich Leistikow über seinen Kollegen Max Jennewein in der AEG Drontheimer Straße

Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01, Nr. 6218

Portrait: Max JenneweinMax Jennewein, 1930er Jahre