Hans-Victor von Salviati
23. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit
Hans-Victor von Salviati, Sohn des Kammerherrn Alexander von Salviati, dient nach dem in Bonn abgelegten Abitur als Offizier im Ersten Weltkrieg und anschließend bis 1925 in der Reichswehr.
In den folgenden Jahren ist von Salviati ein erfolgreicher Turnierreiter und Pferdezüchter. Zwischen 1934 und 1936 ist er Rittmeister in der Kavallerieschule in Hannover, wird als Obersturmführer in die SS übernommen, im April 1937 zum SS-Hauptsturmführer und ein Jahr später zum SS-Sturmbannführer befördert. Seit dem 1. März 1938 leitet er in Hamburg die Remonte-Anstalt des SS-Hauptamtes und 1939 die SS-Reitschule.
Während des Zweiten Weltkriegs als Major Adjutant des Generalfeldmarschalls Gerd von Rundstedt, entwickelt sich von Salviati ab 1940 schrittweise zum Regimegegner. Ende März 1944 lässt er sich an die Wehrkreisreitschule in Demmin versetzen, um die Kriegsführung nicht mehr mittragen zu müssen.
Weil nach dem Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 einzelne der ihm Unterstellten sich dazu positiv äußern, wird gegen sie wegen „Wehrkraftzersetzung” ermittelt. Auch Salviati wird festgenommen, am 6. August 1944 in das Zellengefängnis Lehrter Straße gebracht und von Heinrich Himmler aus der SS ausgestoßen. In der Nacht zum 23. April 1945 wird er zusammen mit anderen Gefangenen von einem Sonderkommando des Reichssicherheitshauptamts auf einem Gelände beim Zellengefängnis Lehrter Straße ermordet.
Im März 1948 wird die zuerst in einem Massengrab am Kleinen Tiergarten bestattete Leiche Hans-Victor von Salviatis zum Friedhof am Plötzensee überführt.
In der Nacht vom 22. (Sonntag) zum 23. entstand das Gerücht, Sawitzki [sic] und [Artur] Albrecht aus der Prinz Albrechtstr. seien erschienen, um Entlassungen vorzunehmen. Gegen 2 Uhr nachts erschien Albrecht an unserer Zellentür und las von einem Zettel Namen vor, aus unserer Zelle Geh. Rat Kuenzer und v. Salviati. Salviati, der neben mir lag, sagte mir, er wisse, was es bedeute. Kuenzer war sich offenbar der Tragweite nicht bewusst und er ging fröhlichen Muts heraus.
Paulus van Husen in einem Brief an Walter Hammer vom 7. Juni 1952
Quelle: Institut für Zeitgeschichte München, ED 106/96, Bl. 102.









