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Ernst Munzinger

6. Juli 1887, Riga
23. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit

Ernst Munzinger studiert in München Jura, besteht aber das Erste Staats­examen nicht und wird Offi­zier im 22. Baye­rischen Infan­terie­regiment. Im Ersten Welt­krieg dient er als Offi­zier, zuletzt als Haupt­mann und Nachrichten­offizier. In Riga gehört er in den frühen 1930er Jahren zu den Anhän­gern der auf­kommen­den national­sozialis­tischen Bewe­gung. 1932/33 wird Munzinger deswegen von der lettischen Regie­rung des Landes verwiesen und ver­bringt die folgenden Jahre in Berlin. Zuneh­mend erkennt er die Rea­lität des Natio­nal­sozialis­mus und wendet sich spätestens nach den Novem­ber­pogromen 1938 von ihm ab. 

Zu Beginn des Zweiten Welt­kriegs wird Munzinger in das Amt Ausland/Abwehr im Ober­kom­mando der Wehr­macht einbe­rufen, wo er mit der Wider­stands­gruppe um Hans Oster und Hans von Dohnanyi in Kontakt kommt. Obwohl im Frühjahr 1944 als Oberst­leutnant aus der Wehr­macht ausge­schieden, wird er am 5. August 1944 in Salz­burg festge­nommen und einen Tag später in das Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße 3 eingeliefert. 

Ein Sonder­kom­mando des Reichs­sicher­heits­haupt­amtes ermordet ihn wenige Stunden vor seiner Befrei­ung mit anderen Gefan­genen in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 auf dem ULAP-Gelände in der Nähe des Gefäng­nis­ses.

Portrait: Ernst MunzingerErnst Munzinger