Ernst Munzinger
23. April 1945, ULAP-Gelände, Berlin-Moabit
Ernst Munzinger studiert in München Jura, besteht aber das Erste Staatsexamen nicht und wird Offizier im 22. Bayerischen Infanterieregiment. Im Ersten Weltkrieg dient er als Offizier, zuletzt als Hauptmann und Nachrichtenoffizier. In Riga gehört er in den frühen 1930er Jahren zu den Anhängern der aufkommenden nationalsozialistischen Bewegung. 1932/33 wird Munzinger deswegen von der lettischen Regierung des Landes verwiesen und verbringt die folgenden Jahre in Berlin. Zunehmend erkennt er die Realität des Nationalsozialismus und wendet sich spätestens nach den Novemberpogromen 1938 von ihm ab.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wird Munzinger in das Amt Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht einberufen, wo er mit der Widerstandsgruppe um Hans Oster und Hans von Dohnanyi in Kontakt kommt. Obwohl im Frühjahr 1944 als Oberstleutnant aus der Wehrmacht ausgeschieden, wird er am 5. August 1944 in Salzburg festgenommen und einen Tag später in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert.
Ein Sonderkommando des Reichssicherheitshauptamtes ermordet ihn wenige Stunden vor seiner Befreiung mit anderen Gefangenen in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 auf dem ULAP-Gelände in der Nähe des Gefängnisses.


