Friedrich-Karl von Zitzewitz
26. Januar 1975, Bonn
Friedrich-Karl von Zitzewitz ist nach dem Ersten juristischen Staatsexamen als Gerichtsreferendar in Köln tätig und nimmt am Ersten Weltkrieg teil. 1917 zum Regierungsassessor ernannt, wird er Hilfsarbeiter beim Preußischen Staatskommissar für Volksernährung und ist anschließend beim Landratsamt Bergen auf Rügen tätig. 1921 scheidet er aus dem Staatsdienst aus und übernimmt die Leitung der Familiengüter in Pommern, zudem ist er bis Juli 1944 Geschäftsführer der Landwirtschaftlichen Haupttreuhandstelle in Berlin. Als Abgeordneter der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) gehört er zwischen September und Dezember 1924 dem Reichstag und 1930/31 dem Preußischen Staatsrat an.
Friedrich-Karl von Zitzewitz nimmt an den Treffen des Reusch-Kreises teil, hat Kontakt zu Carl Goerdeler sowie zum Kreisauer Kreis und stellt für Treffen seine Berliner Wohnung wie sein Gut zur Verfügung. Er wird von der Gestapo überwacht und am 21. Juli 1944 in Stolp (Pommern) festgenommen. Am 24. August wird er nach Berlin überstellt und in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße eingeliefert.
Am 18. November 1944 erhebt der Oberreichsanwalt beim „Volksgerichtshof” Anklage gegen ihn sowie vier weitere Personen. Das Verfahren gegen ihn wird jedoch abgetrennt und als neuer Prozesstermin der 18. April 1945 festgelegt, ein Urteil ist nicht überliefert.
Friedrich-Karl von Zitzewitz wird am 25. April 1945 aus dem Gefängnis Lehrter Straße entlassen. Er zieht nach Bonn, wo er bis zu seinem Tod 1975 lebt.
Der überlebende Rest wurde am 25. April ... entlassen. Unser Auszug hatte geradezu symbolhaften Charakter: Einige jüngere Leute hatten für unser Gepäck zwei Wagen aufgetrieben, die so groß waren, dass sie von mehreren gezogen und geschoben werden mussten. Auf dem einen Wagen saß der frühere Reichswehrminister Gustav Noske, auf dem anderen der ehemalige pommersche Gutsbesitzer von Zitzewitz-Mottrin [sic]. Sie waren beide nicht in der Lage, längere Strecken zu gehen.
Theodor Steltzer über die Entlassung der letzten Häftlinge aus dem Zellengefängnis Lehrter Straße am 25. April 1945
Quelle: Theodor Steltzer, Sechzig Jahre Zeitgenosse, München 1966, S. 174.






















