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Friedrich-Karl von Zitzewitz

19. Februar 1888, Muttrin (Motarzyno)
26. Januar 1975, Bonn

Friedrich-Karl von Zitzewitz ist nach dem Ersten juris­tischen Staats­examen als Gerichts­refe­rendar in Köln tätig und nimmt am Ersten Welt­krieg teil. 1917 zum Regie­rungs­assessor ernannt, wird er Hilfs­arbeiter beim Preußi­schen Staats­kom­missar für Volks­ernäh­rung und ist anschlie­ßend beim Land­rats­amt Bergen auf Rügen tätig. 1921 scheidet er aus dem Staats­dienst aus und über­nimmt die Lei­tung der Familien­güter in Pommern, zudem ist er bis Juli 1944 Geschäftsführer der Land­wirt­schaft­lichen Haupt­treu­hand­stelle in Berlin. Als Abge­ord­neter der Deutsch­natio­nalen Volks­par­tei (DNVP) gehört er zwischen September und Dezember 1924 dem Reichs­tag und 1930/31 dem Preußi­schen Staats­rat an. 

Friedrich-Karl von Zitzewitz nimmt an den Treffen des Reusch-Krei­ses teil, hat Kontakt zu Carl Goerdeler sowie zum Kreisau­er Kreis und stellt für Treffen seine Berliner Wohnung wie sein Gut zur Verfügung. Er wird von der Gestapo über­wacht und am 21. Juli 1944 in Stolp (Pommern) festge­nom­men. Am 24. August wird er nach Berlin überstellt und in die Gesta­po-Abtei­lung des Zellen­ge­fäng­nisses Lehrter Straße ein­gelie­fert. 

Am 18. Novem­ber 1944 erhebt der Ober­reichs­anwalt beim „Volks­gerichts­hof” Anklage gegen ihn sowie vier weitere Personen. Das Ver­fahren gegen ihn wird jedoch abge­trennt und als neuer Prozess­termin der 18. April 1945 festge­legt, ein Urteil ist nicht über­liefert. 

Fried­rich-Karl von Zitzewitz wird am 25. April 1945 aus dem Gefängnis Lehrter Straße ent­lassen. Er zieht nach Bonn, wo er bis zu seinem Tod 1975 lebt. 

Der über­lebende Rest wurde am 25. April ... entlassen. Unser Aus­zug hatte geradezu symbol­haften Charakter: Einige jüngere Leute hatten für unser Gepäck zwei Wagen aufge­trieben, die so groß waren, dass sie von mehreren gezogen und gescho­ben werden mussten. Auf dem einen Wagen saß der frühere Reichs­wehr­minister Gustav Noske, auf dem anderen der ehe­malige pommersche Guts­besitzer von Zitzewitz-Mottrin [sic]. Sie waren beide nicht in der Lage, längere Strecken zu gehen.

Theodor Steltzer über die Entlassung der letzten Häftlinge aus dem Zellengefängnis Lehrter Straße am 25. April 1945

Quelle: Theodor Steltzer, Sechzig Jahre Zeitgenosse, München 1966, S. 174.

Portrait: Friedrich-Karl von ZitzewitzFriedrich-Karl von Zitzewitz