Willy Zimmerlich
28. April 1972, Berlin (Ost)
Willy Zimmerlich absolviert eine Lehre als Versicherungskaufmann und ist anschließend als kaufmännischer Angestellter tätig. Bereits während seiner Ausbildung tritt er in die Gewerkschaft und in die SPD ein, 1919 wechselt er zur KPD. Seit 1924 ist er mit Alice Ruppert verheiratet, die ebenfalls KPD-Mitglied ist und nach 1933 illegal im KPD-Unterbezirk Friedrichshain mitarbeitet.
1921 wird Zimmerlich Angestellter der KPD-Zentrale und ist in den folgenden Jahren Mitarbeiter im Politischen Büro der Partei und Sekretär mehrerer Reichstagsabgeordneter. Ab 1924 gehört er zum geheimen Militärapparat („M-Apparat”) und nimmt 1930/31 an einem Lehrgang der Militärschule der Komintern in Moskau teil. Im Mai 1931 wird er beauftragt, als Reichsleiter der Waffenabteilung der KPD die Bezirke zu organisieren und neue Waffenvorräte anzulegen.
Am 11. November 1933 wird Willy Zimmerlich festgenommen und am 27. Juni 1935 vom „Volksgerichtshof” zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Er verbüßt seine Haft in den Emslandlagern und in den Zuchthäusern Luckau und Brandenburg.
Nach Verbüßung der Haftstrafe wird er nicht entlassen, sondern im Juni 1944 in das Gefängnis Große Hamburger Straße 26 überstellt. Am 27. Juli 1944 wird er als „Schutzhäftling” in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert, wo er in der Gestapo-Abteilung als Kalfaktor eingesetzt wird. Er wird am 22. April 1945 aus der Haft entlassen.
Bis 1947 ist Willy Zimmerlich Sachbearbeiter im Sozialamt Berlin-Tegel, dann Vertriebsleiter im Verlag Volk und Welt in Berlin (Ost).


































