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Willy Zimmerlich

12. April 1896, Berlin
28. April 1972, Berlin (Ost)

Willy Zimmer­lich absol­viert eine Lehre als Ver­siche­rungs­kauf­mann und ist anschlie­ßend als kauf­män­nischer Ange­stellter tätig. Bereits während seiner Ausbil­dung tritt er in die Gewerk­schaft und in die SPD ein, 1919 wechselt er zur KPD. Seit 1924 ist er mit Alice Ruppert ver­hei­ratet, die eben­falls KPD-Mitglied ist und nach 1933 ille­gal im KPD-Unter­bezirk Fried­richs­hain mitar­beitet. 

1921 wird Zimmer­lich Ange­stell­ter der KPD-Zen­trale und ist in den folgen­den Jahren Mitar­beiter im Politi­schen Büro der Partei und Sekretär mehrerer Reichs­tags­abge­ord­neter. Ab 1924 gehört er zum gehei­men Mili­tär­appa­rat („M-Apparat”) und nimmt 1930/31 an einem Lehr­gang der Militär­schule der Kom­intern in Moskau teil. Im Mai 1931 wird er beauf­tragt, als Reichs­leiter der Waffen­abtei­lung der KPD die Bezirke zu organi­sieren und neue Waffen­vor­räte anzulegen. 

Am 11. November 1933 wird Willy Zimmer­lich festge­nom­men und am 27. Juni 1935 vom „Volks­ge­richts­hof” zu zehn Jahren Zucht­haus verur­teilt. Er ver­büßt seine Haft in den Ems­land­lagern und in den Zucht­häu­sern Luckau und Bran­den­burg. 

Nach Ver­bü­ßung der Haft­strafe wird er nicht ent­las­sen, sondern im Juni 1944 in das Gefäng­nis Große Ham­burger Straße 26 über­stellt. Am 27. Juli 1944 wird er als „Schutz­häft­ling” in das Zellen­ge­fäng­nis Lehrter Straße 3 ein­ge­liefert, wo er in der Gesta­po-Abtei­lung als Kal­faktor einge­setzt wird. Er wird am 22. April 1945 aus der Haft ent­las­sen. 

Bis 1947 ist Willy Zimmer­lich Sach­bear­beiter im Sozial­amt Berlin-Tegel, dann Ver­triebs­leiter im Ver­lag Volk und Welt in Berlin (Ost).

Portrait: Willy ZimmerlichWilly Zimmerlich