Ferdinand Zeh
9. November 1976, Bonn
Ferdinand Zeh absolviert eine Ausbildung als Kaufmann, nimmt am Ersten Weltkrieg teil und arbeitet anschließend in einem Juweliergeschäft. 1937 wird er als Ergänzungs-Offizier mit dem Dienstgrad eines Hauptmanns der Luftwaffe reaktiviert, zum Amt Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht einberufen und 1941 Leiter der Abwehrstelle Prag. Seit 1943 steht er in Kontakt zu Wilhelm Canaris und Georg Alexander Hansen, der diesem nach seiner Absetzung im Januar 1944 als Amtschef nachfolgt. Im Februar 1944 setzt Hansen Zeh über die Attentatsplanungen in Kenntnis.
Nach dem Scheitern des Umsturzversuches wird Ferdinand Zeh am 22. Juli 1944 in Prag von der Gestapo festgenommen, nach Berlin überstellt und am 21. September im Zellengefängnis Lehrter Straße inhaftiert. Am 21. April 1945 wird er, ohne dass es zu einer Anklage gekommen ist, aus der Haft entlassen.
Am 17. Mai 1945 wird Ferdinand Zeh als ehemaliger Angehöriger der Abwehr vom sowjetischen Geheimdienst NKWD festgenommen und in die Sowjetunion verschleppt, 1946 zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt und in verschiedenen Straflagern interniert. Am 15. Oktober 1955 wird er im Zuge der während des Besuches von Konrad Adenauer in der UdSSR fünf Wochen zuvor getroffenen Vereinbarung freigelassen und kann schwer krank nach Deutschland zurückkehren.




