‹ zurück zur Übersicht

Ferdinand Zeh

3. Dezember 1892, Hanau
9. November 1976, Bonn

Ferdinand Zeh absol­viert eine Aus­bil­dung als Kauf­mann, nimmt am Ersten Welt­krieg teil und arbeitet anschlie­ßend in einem Juwelier­geschäft. 1937 wird er als Ergän­zungs-Offi­zier mit dem Dienst­grad eines Haupt­manns der Luft­waffe reakti­viert, zum Amt Aus­land/Ab­wehr im Ober­komman­do der Wehr­macht ein­be­rufen und 1941 Leiter der Abwehr­stelle Prag. Seit 1943 steht er in Kontakt zu Wilhelm Canaris und Georg Alexander Hansen, der diesem nach seiner Abset­zung im Januar 1944 als Amts­chef nach­folgt. Im Februar 1944 setzt Hansen Zeh über die Attentats­pla­nungen in Kennt­nis. 

Nach dem Scheitern des Um­sturz­ver­suches wird Ferdinand Zeh am 22. Juli 1944 in Prag von der Gestapo fest­genom­men, nach Berlin über­stellt und am 21. Septem­ber im Zellen­gefängnis Lehrter Straße inhaf­tiert. Am 21. April 1945 wird er, ohne dass es zu einer Anklage gekommen ist, aus der Haft ent­lassen. 

Am 17. Mai 1945 wird Ferdinand Zeh als ehema­liger Ange­höriger der Abwehr vom sowje­tischen Geheim­dienst NKWD fest­genom­men und in die Sowjet­union ver­schleppt, 1946 zu 20 Jahren Zucht­haus ver­urteilt und in ver­schie­denen Straf­lagern inter­niert. Am 15. Oktober 1955 wird er im Zuge der während des Besuches von Konrad Adenauer in der UdSSR fünf Wochen zuvor getrof­fenen Verein­barung freige­lassen und kann schwer krank nach Deutsch­land zurück­kehren.

Portrait: Ferdinand ZehFerdinand Zeh, Oktober 1955