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Berengar von Zastrow

7. Juni 1876, Nieder-Heidersdorf (Włosień)
6. April 1951, Wilfingen

Berengar von Zastrow studiert Rechts­wissenschaften und tritt 1905 in die Kolonial­abteilung des Aus­wärtigen Amtes ein. Ab 1907 ist er dem Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika zugeteilt und amtiert von 1910 bis 1915 in der deutschen Kolonie als Bezirks­amtmann. Nach Ende des Ersten Welt­krieges kehrt er in das Deutsche Reich zurück und widmet sich der Bewirt­schaftung des Gutes Hartha in Schlesien.

Zastrow hat Kontakte zum bürger­lichen Wider­stands­kreis um die Juristen Helmuth James Graf von Moltke und Peter Graf Yorck von Wartenburg, die auf mehreren Zusammen­künften auf Moltkes Gut im schlesischen Krei­sau Gesellschafts­pläne für eine Zeit nach dem NS-Regime erstellen. 

Nach dem Umsturz­versuch vom 20. Juli 1944 wird er am 1. Septem­ber 1944 fest­genom­men und am nächsten Tag ins Zellen­gefängnis Lehrter Straße überführt. Dort ist er inhaftiert bis zu seiner Frei­lassung am 25. April 1945.

Fuer mich war es am schlimmsten, wenn ich zu den Vernehmungen oder sonst aus der Zelle herausgeholt wurde und ein junger, kaum 18 jaehriger Bengel einen anfuhr, man solle schneller gehen, oder mich mit dem Gesicht gegen die Wand stell(en), wenn ich warten musste. In solchen Faellen wurde man sich seiner Hilflosigkeit und Erniedrigung erst ganz bewusst.

Erinnerungsbericht von Berengar von Zastrow über seine Haft im Zellengefängnis Lehrter Str. 3 vom 17. September 1945

Quelle: Privatbesitz

Portrait: Berengar von ZastrowBerengar von Zastrow