Berengar von Zastrow
6. April 1951, Wilfingen
Berengar von Zastrow studiert Rechtswissenschaften und tritt 1905 in die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes ein. Ab 1907 ist er dem Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika zugeteilt und amtiert von 1910 bis 1915 in der deutschen Kolonie als Bezirksamtmann. Nach Ende des Ersten Weltkrieges kehrt er in das Deutsche Reich zurück und widmet sich der Bewirtschaftung des Gutes Hartha in Schlesien.
Zastrow hat Kontakte zum bürgerlichen Widerstandskreis um die Juristen Helmuth James Graf von Moltke und Peter Graf Yorck von Wartenburg, die auf mehreren Zusammenkünften auf Moltkes Gut im schlesischen Kreisau Gesellschaftspläne für eine Zeit nach dem NS-Regime erstellen.
Nach dem Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 wird er am 1. September 1944 festgenommen und am nächsten Tag ins Zellengefängnis Lehrter Straße überführt. Dort ist er inhaftiert bis zu seiner Freilassung am 25. April 1945.
Fuer mich war es am schlimmsten, wenn ich zu den Vernehmungen oder sonst aus der Zelle herausgeholt wurde und ein junger, kaum 18 jaehriger Bengel einen anfuhr, man solle schneller gehen, oder mich mit dem Gesicht gegen die Wand stell(en), wenn ich warten musste. In solchen Faellen wurde man sich seiner Hilflosigkeit und Erniedrigung erst ganz bewusst.
Erinnerungsbericht von Berengar von Zastrow über seine Haft im Zellengefängnis Lehrter Str. 3 vom 17. September 1945
Quelle: Privatbesitz





