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Joachim Wrede

15. September 1911, Söderhof-Ringelheim
13. Juni 1990

Joachim Wrede stu­diert nach dem Abi­tur Jura und Na­tional­ökono­mie und promo­viert 1937 in Bonn mit einer Ar­beit über das Pro­blem der Neutra­lität im Völker­recht der Nach­kriegs­zeit. Auf­grund seiner Ab­lehnung der national­sozialis­tischen Rechts­auffas­sung bricht er seine juris­tische Aus­bildung ab und tritt 1936 als Volon­tär in die Schering AG ein. 1938 wird er in die Kartellab­teilung des Unter­nehmens über­nom­men und wech­selt ein Jahr später als Direktions­assistent zu den Tropon-Wer­ken Dink­lage. 1940 wird Wrede zur Wehr­macht einge­zogen, ist als Heeres­dolmetscher tätig und wird 1941 in das Amt/Aus­land Ab­wehr beim Oberkommando der Wehrmacht ein­berufen. 1942 wird ihm die Lei­tung einer Abwehr­dienst­stelle in Paris über­tragen. 

Nach dem geschei­terten Atten­tat vom 20. Juli 1944 wird er am 4. Au­gust 1944 in Paris fest­genom­men, nach Berlin ge­bracht und in das Zellen­gefäng­nis Lehrter Stra­ße 3 ein­gelie­fert. 

Nach seiner Ent­lassung aus der Haft am 23. April wird Wrede in Ber­lin vom sow­jetisch­en Geheim­dienst we­gen seiner Tätig­keit im Amt Aus­land/Ab­wehr festgenommen und im Septem­ber 1945 in Moskau zu fünf Jahren Straf­lager verur­teilt. 1950 wird er nach Sibi­rien ver­bannt und kehrt im Ja­nuar 1955 in die Bun­des­republik zurück. 

Er ist in der Folge­zeit zu­nächst im Aus­wär­tigen Amt, später als Fach­mann für Ost­europa beim Vor­stand der Krupp AG und schließ­lich als Ost­handels-Ex­perte und Geschäfts­führer bei der Otto Wolff Chemie­anla­gen GmbH in Köln tätig.

Portrait: Joachim WredePortrait von Joachim Wrede, 1930er Jahre