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Gerhard Wolf

28. Januar 1903, Blasewitz
1. August 1969, Berlin (West)

Der Jurist Gerhard Wolf ist in der Sächsischen Innen­ver­wal­tung und ab 1933 als Regie­rung­srat in der Ver­kehrs­ab­teilung des Polizei­präsi­diums Leipzig tätig. Seit 1932 ist er Mit­glied der NSDAP, distan­ziert sich jedoch nach den Mord­aktio­nen des 30. Juni 1934 zuneh­mend vom National­sozia­lismus und steht ab 1936 in engem Kontakt mit Carl Goerdeler. 1941 wird er an das Berli­ner Poli­zei­präsi­dium versetzt und liefert Goerdeler als Ver­kehrs­dezer­nent Informationen über Polizei und SS. 

Als am 17. Juli 1944 Haft­befehl gegen Goerdeler erlas­sen wird, hilft Wolf ihm, Berlin zu ver­lassen. Er wird des­wegen am 8. Au­gust 1944 in Berlin fest­ge­nommen, in die Gesta­po-Ab­teilung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 ein­gelie­fert und wieder­holt ver­hört. Seine Familie in Sachsen ist der Verfo­lgung durch lokale NS-Funk­tionäre ausge­setzt, die das Grund­stück der Familie beschlag­nahmen. Zu einem Pro­zess gegen Wolf kommt es auf­grund der Kriegs­ent­wick­lung nicht mehr. 

Gerhard Wolf wird am 22. April 1945 aus der Haft ent­lassen und Mitte Mai auf dem Weg zu seiner Familie nach Leipzig vom sow­jeti­schen Geheim­dienst NKWD ver­haftet. Bis zu seiner Freil­assung 1950 ist er in ver­schie­denen sowje­tischen Lagern inter­niert, unter anderem im Spezial­lager Nr. 5 in Ketschen­dorf bei Fürsten­walde und im Spezial­lager Nr. 2 in Buchen­wald. 

Gerhard Wolf wird 1957 als Richter an das Bun­desver­wal­tungs­gericht be­rufen.

Portrait: Gerhard WolfGerhard Wolf, um 1952