Emil Woermann
15. September 1980, Göttingen
Emil Woermann studiert Agrarwirtschaft in Berlin und Halle und wird 1925 promoviert. 1928 habilitiert er sich in Danzig und wird dort 1931 als außerordentlicher Professor eingestellt. 1933 folgt er einem Ruf nach Halle auf den Lehrstuhl für landwirtschaftliche Betriebslehre, von 1934 bis 1936 ist er Rektor der Universität Halle. Durch seine lange Bekanntschaft mit Carl Goerdeler wird Emil Woermann in die agrarpolitischen Neugestaltungspläne für eine Zeit nach einem erfolgreichen Umsturz einbezogen. Er ist zeitweise als Landwirtschaftsminister oder Staatssekretär für das Kabinett unter Goerdeler vorgesehen.
Am 16. September 1944 wird Emil Woermann von der Gestapo in Halle festgenommen. Zunächst wird er kurz in Berlin inhaftiert und vernommen, dann für weitere Vernehmungen in die Sicherheitspolizeischule in Drögen und in den Zellenbau des KZ Ravensbrück verlegt, bevor er am 22. Dezember in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses in der Lehrter Straße gebracht wird. Sein Prozess soll im April 1945 vor dem „Volksgerichtshof” stattfinden, dazu kommt es aber durch den Vormarsch der Roten Armee nicht mehr. Am 25. April 1945 gehört er zu den letzten Häftlingen, die aus dem Zellengefängnis entlassen werden.
Nach Kriegsende kehrt er nach Halle zurück und nimmt seine Lehrtätigkeit wieder auf. 1948 folgt er einem Ruf an die Universität Göttingen, wo er bis zu seiner Emeritierung 1968 bleibt.


