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Emil Woermann

12. Dezember 1899, Hoberge
15. September 1980, Göttingen

Emil Woermann studiert Agrar­wirtschaft in Ber­lin und Halle und wird 1925 promo­viert. 1928 habilitiert er sich in Danzig und wird dort 1931 als außer­ordent­licher Professor ein­gestellt. 1933 folgt er ei­nem Ruf nach Halle auf den Lehr­stuhl für land­wirt­schaft­liche Betriebs­lehre, von 1934 bis 1936 ist er Rek­tor der Uni­versi­tät Halle. Durch seine lange Be­kannt­schaft mit Carl Goerdeler wird Emil Woer­mann in die agrar­politischen Neu­gestal­tungs­pläne für eine Zeit nach einem erfolg­reichen Um­sturz ein­be­zogen. Er ist zeit­weise als Land­wirt­schafts­minister oder Staats­sekretär für das Kabi­nett unter Goerdeler vor­gesehen. 

Am 16. Septem­ber 1944 wird Emil Woer­mann von der Gesta­po in Halle fest­genom­men. Zunächst wird er kurz in Ber­lin inhaf­tiert und ver­nom­men, dann für wei­tere Ver­nehmungen in die Sicher­heits­polizei­schule in Drögen und in den Zellen­bau des KZ Ravens­brück ver­legt, bevor er am 22. Dezem­ber in die Ge­stapo-Ab­teilung des Zellen­gefängnisses in der Lehr­ter Straße ge­bracht wird. Sein Prozess soll im April 1945 vor dem „Volks­gerichts­hof” statt­finden, dazu kommt es aber durch den Vor­marsch der Roten Ar­mee nicht mehr. Am 25. April 1945 ge­hört er zu den letzten Häft­lingen, die aus dem Zellen­gefäng­nis ent­lassen wer­den. 

Nach Kriegs­ende kehrt er nach Halle zu­rück und nimmt seine Lehr­tätig­keit wieder auf. 1948 folgt er einem Ruf an die Uni­versi­tät Göt­tingen, wo er bis zu seiner Emeri­tierung 1968 bleibt.

Portrait: Emil WoermannEmil Woermann