Wilhelm Winzer
19. März 1957, Berlin (West)
Wilhelm Winzer absolviert eine Bäckerlehre und tritt 1897 dem freigewerkschaftlichen Bäckerverband bei. 1912 übernimmt er die Geschäftsführung der Breslauer Konsumgenossenschaft „Vorwärts”. 1929 wird Winzer, der seit 1903 Mitglied und seit 1919 Vorsitzender der SPD in Breslau ist, zum Landesrat der Provinzialverwaltung Niederschlesien ernannt. Seit 1921 gehört er dem Preußischen Landtag an ist 1932/1933 einer der Fraktionsvorsitzenden.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird Wilhelm Winzer entlassen, im Mai 1933 festgenommen und mehrere Wochen lang im Polizeigefängnis Breslau und im KZ Breslau-Dürrgoy festgehalten.
Auch nach seiner Freilassung hält er weiterhin Kontakt zu seinen politischen Freunden und steht in engem Kontakt mit Fritz Voigt, Oswald Wiersich und Paul Löbe. Am 22. August 1944 wird er in Breslau festgenommen und in das KZ Groß-Rosen gebracht. Von dort wird er im Oktober nach Berlin überstellt und in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 und schließlich in das KZ Ravensbrück verschleppt.
Nach dem Abschluss der Verhöre wird Wilhelm Winzer am 3. Januar 1945 wieder in das Zellengefängnis gebracht. Am 26. Februar 1945 wird Wilhelm Winzer vom „Volksgerichtshof” zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt und am 19. März in das Zuchthaus Brandenburg-Görden überstellt. Dort wird er Ende April 1945 von der Roten Armee befreit.
Im Oktober 1946 wird Wilhelm Winzer Bezirksstadtrat für Sozialwesen in Berlin-Tempelhof. Bis zu seinem Tod 1957 ist er Bezirksverordneter und Aufsichtsratsvorsitzender der Konsumgenossenschaft Berlin-Tempelhof.







