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Wilhelm Winzer

3. Februar 1878, Bamenohl
19. März 1957, Berlin (West)

Wilhelm Winzer absol­viert eine Bäcker­lehre und tritt 1897 dem frei­gewerk­schaft­lichen Bäcker­verband bei. 1912 über­nimmt er die Geschäfts­führung der Bres­lauer Konsum­genossen­schaft „Vor­wärts”. 1929 wird Winzer, der seit 1903 Mit­glied und seit 1919 Vor­sitzen­der der SPD in Breslau ist, zum Landes­rat der Provin­zial­ver­waltung Nieder­schlesien ernannt. Seit 1921 gehört er dem Preußi­schen Land­tag an ist 1932/1933 einer der Frak­tions­vor­sitzenden. 

Nach der Macht­über­nahme der Natio­nal­sozia­listen wird Wilhelm Winzer ent­lassen, im Mai 1933 fest­ge­nommen und mehrere Wochen lang im Poli­zei­ge­fängnis Breslau und im KZ Bres­lau-Dürrgoy festge­halten. 

Auch nach seiner Frei­lassung hält er weiterhin Kontakt zu seinen poli­tischen Freunden und steht in engem Kontakt mit Fritz Voigt, Oswald Wiersich und Paul Löbe. Am 22. August 1944 wird er in Breslau fest­ge­nommen und in das KZ Groß-Rosen gebracht. Von dort wird er im Oktober nach Berlin über­stellt und in das Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße 3 und schließ­lich in das KZ Ravens­brück ver­schleppt. 

Nach dem Abschluss der Ver­höre wird Wilhelm Winzer am 3. Januar 1945 wieder in das Zellen­gefäng­nis gebracht. Am 26. Februar 1945 wird Wilhelm Winzer vom „Volks­gerichts­hof” zu drei Jahren Zucht­haus ver­urteilt und am 19. März in das Zucht­haus Branden­burg-Gör­den über­stellt. Dort wird er Ende April 1945 von der Roten Armee befreit. 

Im Oktober 1946 wird Wilhelm Winzer Bezirks­stadt­rat für Sozial­wesen in Berlin-Tem­pel­hof. Bis zu seinem Tod 1957 ist er Bezirks­verord­neter und Auf­sichts­rats­vorsit­zender der Konsum­genossen­schaft Berlin-Tem­pel­hof.

Portrait: Wilhelm WinzerWilhelm Winzer