Hans Detlof von Winterfeldt
unbekannt
Hans Detlof von Winterfeldt beendet nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg ein Studium der Rechtswissenschaften und ist in der Folgezeit als Kaufmann für verschiedene Handelsfirmen tätig, darunter mehrfach im Ausland. In Großbritannien schließt er Bekanntschaft mit dem an der Deutschen Botschaft in London tätigen Botschaftsrat Albrecht Graf von Bernstorff. Nach dessen Versetzung in den Ruhestand und der Rückkehr nach Deutschland entwickelt sich zwischen Bernstorff und Hans Detlof von Winterfeldt eine Freundschaft.
Winterfeldt wird Anfang Juni 1944 zur Wehrmacht eingezogen, am 26. Juni 1944 jedoch festgenommen und seit dem 7. Oktober 1944 im Zellengefängnis Lehrter Straße 3 inhaftiert.
Vom Oberreichsanwalt bei „Volksgerichtshof“ wird er am 22. November 1944 der „Zersetzung der Wehrkraft“ angeklagt. Laut Anklage habe er in vielen Gesprächen mit Bernstorff die Einschränkungen der Freiheit im nationalsozialistischen Staat und die antisemitischen Maßnahmen gegen die Jüdinnen und Juden in Deutschland kritisiert. Außerdem habe er sich für die Aufnahme von Friedensverhandlungen mit den Westmächten ausgesprochen.
Ein Prozess gegen Winterfeldt findet nicht mehr statt, er wird am 23. April der Justiz überstellt und am 25. April 1945 aus dem Gefängnis entlassen.

