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Oswald Wiersich

1. September 1882, Brockau (Brochów)
1. März 1945, Berlin-Plötzensee

Der als Sohn eines Werk­meisters geborene Oswald Wier­sich absol­viert nach der Volks­schule eine Schlosser­lehre und schließt sich be­reits früh der Arbeiter­bewe­gung an. 1912 wird er Geschäfts­führer des Deut­schen Metall­arbeiter­verban­des in Breslau und 1923 Bezirks­sekre­tär des All­gemei­nen Deut­schen Gewerk­schafts­bun­des in Schle­sien. Für die SPD gehört er ab 1926 dem Preu­ßischen Staats­rat an und ist zwischen 1927 und 1933 Mit­glied des Pro­vinzial­land­tages Nieder­schle­siens. 

Nach der Macht­über­nahme der National­sozia­listen wird Oswald Wiersich im März 1933 mit anderen Gewerk­schaf­tern und Sozial­demo­kraten mehrere Wochen in „Schutz­haft” genom­men. 1934 findet er eine Anstellung bei einer Ver­sicherung, die es ihm ermög­licht, zu reisen und dadurch die Kon­takte zwischen schle­sischen Gewerk­schafts­kreisen auf­recht zu erhalten. Er steht in engem Kon­takt mit Wilhelm Leuschner und trifft durch ihn mit Ludwig Beck zusammen. 

Auf­grund dieser Ver­bin­dungen und Kon­takten zu Michael Graf von Matusch­ka, Fritz-Dietlof Graf von der Schulen­burg und dem Gewerk­schaf­ter Fritz Voigt wird Oswald Wier­sich nach dem Schei­tern des Um­sturz­ver­suches vom 20. Juli 1944 am 22. Aug­ust 1944 fest­genom­men. Er wird zu­nächst im KZ Groß-Rosen, später im Zellen­bau des KZ Ravens­brück und schließ­lich am 27. November 1944 in der Gesta­po-Abtei­lung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 inhaf­tiert. 

Am 28. Februar 1945 wird er vom „Volks­gerichts­hof” zum Tode verur­teilt und am 1. März in Berlin-Plötzen­see ermor­det.

Portrait: Oswald WiersichOswald Wiersich