Oswald Wiersich
1. März 1945, Berlin-Plötzensee
Der als Sohn eines Werkmeisters geborene Oswald Wiersich absolviert nach der Volksschule eine Schlosserlehre und schließt sich bereits früh der Arbeiterbewegung an. 1912 wird er Geschäftsführer des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Breslau und 1923 Bezirkssekretär des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Schlesien. Für die SPD gehört er ab 1926 dem Preußischen Staatsrat an und ist zwischen 1927 und 1933 Mitglied des Provinziallandtages Niederschlesiens.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird Oswald Wiersich im März 1933 mit anderen Gewerkschaftern und Sozialdemokraten mehrere Wochen in „Schutzhaft” genommen. 1934 findet er eine Anstellung bei einer Versicherung, die es ihm ermöglicht, zu reisen und dadurch die Kontakte zwischen schlesischen Gewerkschaftskreisen aufrecht zu erhalten. Er steht in engem Kontakt mit Wilhelm Leuschner und trifft durch ihn mit Ludwig Beck zusammen.
Aufgrund dieser Verbindungen und Kontakten zu Michael Graf von Matuschka, Fritz-Dietlof Graf von der Schulenburg und dem Gewerkschafter Fritz Voigt wird Oswald Wiersich nach dem Scheitern des Umsturzversuches vom 20. Juli 1944 am 22. August 1944 festgenommen. Er wird zunächst im KZ Groß-Rosen, später im Zellenbau des KZ Ravensbrück und schließlich am 27. November 1944 in der Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 inhaftiert.
Am 28. Februar 1945 wird er vom „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt und am 1. März in Berlin-Plötzensee ermordet.




