Harald Wendelstein
3. April 1945, bei Oderberg
Oberleutnant Harald Wendelstein, der seit April 1944 zum Befehlshaber des Ersatzheeres General Friedrich Fromm abgeordnet ist, wird nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 festgenommen. Er wird zunächst in die Prinz-Albrecht-Straße 8 gebracht und am folgenden Tag in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 überstellt. Wendelstein gehört damit zu den ersten Häftlingen der Gestapo-Abteilung. Inwieweit er in die Ereignisse vom 20. Juli involviert gewesen ist, ist nicht bekannt. Aus einem Schreiben vom 29. August 1944 geht hervor, dass er aus der Haft entlassen worden ist.
Wenige Tage zuvor ist er im Rahmen eines Verfahrens gegen seine ehemalige Vermieterin Ehrengard Frank-Schultz verhört worden. Bei dieser hat er vor seiner Festnahme zur Untermiete in Berlin-Wilmersdorf gewohnt. Ehrengard Frank-Schultz wird vorgeworfen, in einem Gespräch mit einer gemeinsamen Bekannten bedauert zu haben, dass das Attentat auf Adolf Hitler gescheitert ist.
Ehrengard Frank-Schultz wird denunziert und am 24. August 1944 festgenommen. Sie wird am 6. November 1944 vom „Volksgerichtshof“ wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt und am 8. Dezember 1944 in der Strafanstalt Plötzensee ermordet.
Harald Wendelstein befindet sich zu diesem Zeitpunkt bereits wieder im Fronteinsatz. Er fällt Anfang April 1945 bei Oderberg.

