Richard Weller
13. April 1945, Berlin-Plötzensee
Der Schlosser Richard Weller engagiert sich vor 1933 in der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ). Er arbeitet in der AEG Turbinenfabrik in Berlin-Moabit und wird 1942 zur AEG Drontheimer Straße im Wedding dienstverpflichtet.
Dort lernt er Richard Reinicke kennen, beginnt sich wieder politisch zu betätigen und baut eine Betriebsgruppe auf, die Flugblätter verteilt und Auslandsnachrichten verbreitet. Die Gruppe unterhält außerdem Kontakte zu Zwangsarbeitern aus dem Lager Seestraße. Über Reinicke stellt Richard Weller eine Verbindung zwischen den beiden Betriebsgruppen der AEG her.
Nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 schließen sich die Gruppen enger zusammen und beschaffen auch Waffen, um auf die Befreiung durch die Rote Armee vorbereitet zu sein.
Richard Weller wird am 22. Februar 1945 in der AEG von der Gestapo festgenommen und im Zellengefängnis Lehrter Straße inhaftiert. Das Berliner Kammergericht verurteilt Richard Weller und sechs Mitstreiter am 24. März 1945 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” zum Tode. Am 26. März wird er in das Strafgefängnis Plötzensee überführt, wo er am 13. April 1945 ermordet wird.
[Richard] Weller wurde mir vorgestellt als politischer Kopf der AEG-Zelle Drontheimer Straße. Durch Weller war ich auch bereit, in der Gruppe mitzuarbeiten, da mir durch Wellers Vorleben klar war, dass er ein vollkommen politisch ausgerichteter Mensch sei.
Aussage von Emma Jacob, geb. Milkert, über Richard Weller, 14. Februar 1950
Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01, Nr. 5414






