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Hermann Wehrle

26. Juli 1899, Nürnberg
14. September 1944, Berlin-Plötzensee

Hermann Wehrle wächst in Höchst am Main auf und legt 1917 ein Not­abitur ab. Nach dem Ein­satz im Ersten Welt­krieg beginnt er ein Theo­logie­studium, das er aber 1922 abbricht. Er promo­viert statt­dessen 1930 mit einer Arbeit zur Kultur­geschichts­schrei­bung. Wehrle arbeitet in der Folge­zeit als freier Journa­list. Diese Tätig­keit muss er 1933 been­den, da er sich weigert, der Reichs­schrift­tums­kammer bei­zu­treten. Aus der darauf­folgen­den An­stellung als Er­zieher wird er 1940 ohne Angabe von Gründen ent­lassen. Hermann Wehrle führt in Augs­burg sein Theo­logie­studium fort und wird im April 1942 zum Pries­ter geweiht. 

Unter dem dama­ligen Kirchen­rektor Alfred Delp wird Wehrle Kaplan in München-Bogen­hausen. Dort ist er der Beicht­vater von Ludwig Frei­herr von Leonrod, der dem mili­tärischen Wider­stand gegen Hitler ange­hört und in die Umsturz­pläne einge­weiht ist. Im Dezem­ber 1943 fragt Leonrod während der Beichte, wie das Wissen um einen Staats­streich- oder Atten­tats­plan vom kirch­lichen Stand­punkt aus zu bewer­ten sei. Wehrle ant­wortet, dass zwar der Tyrannen­mord Sünde sei, die bloße Mit­wisser­schaft dagegen nicht.

Hermann Wehrle wird am 18. August 1944 in München fest­genom­men. Er wird nach Berlin ge­bracht und muss dort im Pro­zess vor dem „Volks­gerichts­hof” als dessen Beicht­vater gegen Ludwig Frei­herr von Leonrod aus­sagen. Leonrod wird am 21. August vom „Volks­ge­richts­hof” zum Tode verur­teilt.

Wehrle wird im Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße 3 inhaf­tiert und am 13. Septem­ber 1944 ebenfalls vom „Volks­ge­richts­hof” zum Tode ver­ur­teilt. Er wird am folgen­den Tag im Straf­gefäng­nis Berlin-Plötzensee ermordet. 

Portrait: Hermann WehrleHermann Wehrle, 1942