Hermann Wegener
29. Januar 1945, KZ Dachau
Hermann Wegener erlernt nach der Volksschule den Beruf des Tischlers. 1903 heiratet er Klara Briese, aus der Ehe gehen fünf Kinder hervor, die Familie lebt seit 1918 in Berlin. Ab 1929 ist Hermann Wegener immer wieder arbeitslos und verdient seinen Lebensunterhalt durch Gelegenheitsarbeiten. 1939 wird er Invalidenrentner. Er ist seit 1906 Mitglied der SPD, wechselt jedoch 1919 in die USPD und schließlich in die KPD. Auch Klara Wegener ist in der KPD und die Kinder in kommunistischen Jugendgruppen aktiv.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird Hermann Wegener im März 1933 von SA-Männern schwer misshandelt und die Wohnung der Familie teilweise zerstört. Sein Sohn Gustav gehört nach 1943 zu den engsten Mitarbeitern Anton Saefkows und Franz Jacobs. Klara und Hermann Wegener stellen ihre Wohnung für Treffen zur Verfügung.
Hermann und Gustav Wegener werden am 5. Juli 1944 festgenommen und der „Beihilfe zur Vorbereitung zum Hochverrat” angeklagt. Während sein Sohn am 21. Oktober 1944 vom „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt und am 11. Dezember in Brandenburg-Görden ermordet wird, wird er mangels Beweisen freigesprochen.
Hermann Wegener wird jedoch nicht aus der Haft entlassen, sondern am 25. Oktober 1944 von Brandenburg in die Gestapo-Abteilung des Gefängnisses Lehrter Straße eingeliefert und von dort am 8. Januar 1945 per „Sammeltransport” in das Konzentrationslager Dachau überstellt. Sein Zugang dort ist für den 15. Januar vermerkt. Hermann Wegener stirbt dort zwei Wochen später unter ungeklärten Umständen, am 29. Januar 1945.



















