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Richard Timm

1. Oktober 1892, Berlin
30. Mai 1983, Berlin (West)

Der Sohn eines Korb­machers absol­viert eine Tischler­lehre und besucht die Berufs- und Fach­schule. Seit 1904 ist er politisch organi­siert, unter anderem im Verein der Lehr­linge und jugend­lichen Arbeiter Berlins, im Holz­arbeiter­ver­band (DHV) und seit 1910 in der SPD. Ab September 1915 nimmt er am Ersten Welt­krieg teil und ist 1918/19 in Kons­tanti­nopel inter­niert. 

Nach seiner Rück­kehr wird er Vor­sitzen­der der Sozia­lis­tischen Arbei­ter-Jugend (SAJ) Groß-Berlin. Zunächst städti­scher Jugend­pfleger in Berlin-Neu­kölln, ist er ab März 1922 haupt­amt­licher Jugend­sek­retär beim Haupt­vor­stand des DHV und ab 1930 Geschäfts­führer der ADGB-Bun­des­schule in Bernau. Er gehört zudem der SPD-Fraktion in der Stadt­ver­ordneten­ver­samm­lung Bernau an.

Im Mai 1933 wird Richard Timm Geschäfts­führer der Bun­des­schule ent­lassen, pflegt jedoch weiter­hin engen Kontakt zu ehe­mali­gen Funk­tionären des ADGB sowie zu Wilhelm Leuschner. Nach einem gelun­genen Staats­streich soll er ein Amt als führender Gewerk­schafts­funk­tionär bekleiden. Seit 1935 ist er Ange­stellter und später Betriebs­leiter der Fenster- und Gebäude­reini­gungs GmbH.

Richard Timm wird am 4. September 1944 fest­ge­nommen und zunächst in das KZ Sach­sen­hausen und dann in das KZ Ravens­brück ver­schleppt und ab dem 7. Oktober 1944 im Zellen­gefäng­nis Lehrter Straße inhaf­tiert. Am 5. März 1945 wird er vom „Volks­gerichts­hof” zu drei Jahren Zucht­haus ver­urteilt. Am 28. April 1945 wird er von der Roten Armee aus dem Zucht­haus Bran­den­burg befreit.

Im Juni 1945 tritt er in die SPD ein und ist von Sep­tember 1947 bis 1949 Bezirks­bürger­meister von Berlin-Neu­kölln. Anschließend ist Richard Timm Referent im Berliner Magistrat. Von 1952 bis 1959 ist er Personal­direktor der Berliner Ver­kehrs­betriebe (BVG).        

Portrait: Richard TimmRichard Timm, 1947