Richard Timm
30. Mai 1983, Berlin (West)
Der Sohn eines Korbmachers absolviert eine Tischlerlehre und besucht die Berufs- und Fachschule. Seit 1904 ist er politisch organisiert, unter anderem im Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins, im Holzarbeiterverband (DHV) und seit 1910 in der SPD. Ab September 1915 nimmt er am Ersten Weltkrieg teil und ist 1918/19 in Konstantinopel interniert.
Nach seiner Rückkehr wird er Vorsitzender der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ) Groß-Berlin. Zunächst städtischer Jugendpfleger in Berlin-Neukölln, ist er ab März 1922 hauptamtlicher Jugendsekretär beim Hauptvorstand des DHV und ab 1930 Geschäftsführer der ADGB-Bundesschule in Bernau. Er gehört zudem der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Bernau an.
Im Mai 1933 wird Richard Timm Geschäftsführer der Bundesschule entlassen, pflegt jedoch weiterhin engen Kontakt zu ehemaligen Funktionären des ADGB sowie zu Wilhelm Leuschner. Nach einem gelungenen Staatsstreich soll er ein Amt als führender Gewerkschaftsfunktionär bekleiden. Seit 1935 ist er Angestellter und später Betriebsleiter der Fenster- und Gebäudereinigungs GmbH.
Richard Timm wird am 4. September 1944 festgenommen und zunächst in das KZ Sachsenhausen und dann in das KZ Ravensbrück verschleppt und ab dem 7. Oktober 1944 im Zellengefängnis Lehrter Straße inhaftiert. Am 5. März 1945 wird er vom „Volksgerichtshof” zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 28. April 1945 wird er von der Roten Armee aus dem Zuchthaus Brandenburg befreit.
Im Juni 1945 tritt er in die SPD ein und ist von September 1947 bis 1949 Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln. Anschließend ist Richard Timm Referent im Berliner Magistrat. Von 1952 bis 1959 ist er Personaldirektor der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).







