‹ zurück zur Übersicht

Felix Sümmermann

3. Mai 1889, Münster
14. April 1970, Ahaus/Borken

Der aus einer katho­lischen Fa­milie stam­men­de Felix Sümmer­mann beginnt nach dem Stu­dium der Rechts- und Staats­wissen­schaften eine Verwal­tungs­lauf­bahn und wird 1921 Land­rat im west­fäli­schen Kreis Ahaus. Seit 1917 ist er mit Elisabeth Hell­raeth ver­heiratet, mit der er zwei Töchter hat. 

Nach 1933 gerät er in Kon­flikt mit den National­sozia­listen, ohne jedoch sein Amt zu ver­lieren. Von den Ver­schwörern ist Sümmer­mann auf An­raten des ehe­maligen Ober­präsi­denten von West­falen, Ferdinand Frei­herr von Lüninck, ohne sein Wissen zum politi­schen Unter­beauf­tragten für den Wehr­kreis VI (Müns­ter) vorge­sehen. 

Einen Tag nach dem geschei­terten Atten­tat vom 20. Juli 1944 nimmt die Gestapo Felix Sümmer­mann fest und inhaftiert ihn mit seiner Familie, die in „Sippen­haft” genom­men wird, im Polizei­gefäng­nis Münster. Im Oktober wird er in das Gerichts­gefäng­nis Borken und An­fang Dezem­ber nach Berlin über­stellt und nach Ver­hören im „Haus­gefängnis” am 13. Dezem­ber 1944 in die Gesta­po-Abtei­lung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 ein­gelie­fert. Am 15. Januar 1945 wird er in den Zellen­bau des Kon­zen­trations­lagers Ravens­brück ver­legt und am 16. Februar ohne An­gabe von Grün­den frei­gelas­sen. 

Nach Kriegs­ende wird er von der bri­tischen Mili­tär­verwal­tung wieder als Land­rat des Kreises Ahaus ein­ge­setzt und 1949 zum Ober­kreis­direktor gewählt.

Mein Aussehen muß nicht gerade heiter gewesen sein, denn ein junger Mann in der Zebra­tracht der KZler, der mir das Abend­brot brachte, … mahnte mich fröhlich drein zu schauen, als ich ihn erstaunt ansah, gab er zur Erklärung, dass er schon seit 8 Jahren sein Leben in Gefäng­nissen und KZs zugebracht habe, weil er als ,Bibel­forscher' den Militär­dienst ver­weigert habe; seine Glaubens­genossen, die nach Ausbruch des Krieges militär­pflichtig geworden, dieselbe Haltung einge­nommen hätten, seien erschossen worden. 

Felix Sümmermann über seine erste Begegnung mit einem „Ernsten Bibelforscher” im Zellengefängnis Lehrter Straße 3

Quelle: Kreisarchiv Borken, PA 01/04, Erinnerungsbericht von Felix Sümmermann

Portrait: Felix SümmermannFelix Sümmermann