Theodor Strünck
9. April 1945, KZ Flossenbürg
Theodor Strünck meldet sich 1914 freiwillig zum Militärdienst, beendet nach Kriegsende sein Studium der Rechtswissenschaft und übernimmt anschließend eine leitende Aufgabe in der Versicherungswirtschaft. In den frühen 1920er Jahren fühlt er sich von nationalistischen Kräften mehr angesprochen als von den Parteien der Weimarer Republik.
Die offenkundigen Rechtsbrüche nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten veranlassen ihn jedoch, sich oppositionellen Kreisen zuzuwenden. Auf Betreiben von Hans Oster wird Theodor Strünck 1937 als Reserveoffizier zur Verwendung bei der Amtsgruppe Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht eingezogen und beteiligt sich bereits an den Umsturzplanungen des Jahres 1938.
Auch nach dem Scheitern des Plans ist die Berliner Wohnung von Theodor und seiner Frau Elisabeth Strünck ein Treffpunkt der Verschwörer. In enger Zusammenarbeit mit Hans Oster und Carl Goerdeler unterstützt Strünck die Umsturzbestrebungen. Nach dem Scheitern des Attentats vom 20. Juli 1944 nutzt Theodor Strünck die sich ihm bietenden Fluchtmöglichkeiten in die Schweiz nicht, um seine Angehörigen nicht der „Sippenhaft” auszusetzen.
Er wird am 1. August 1944 festgenommen und zunächst im Zellengefängnis Lehrter Straße inhaftiert. Kurz darauf wird auch seine Frau in Haft genommen. Theodor Strünck wird am 10. Oktober 1944 vom „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt und in das Konzentrationslager Flossenbürg überstellt, wo er am 9. April 1945 auf Befehl Hitlers ermordet wird.
Seine Frau bleibt bis April 1945 in Haft und arbeitet nach dem Ende des Krieges als Versicherungsagentin.


