Albert Straus-Negbaur
5. Mai 1950, Berlin (West)
Albert Straus kommt als Sohn des Bankiers Cäsar Straus und seiner Frau Tony, geb. Negbaur, zur Welt. Seine aus den USA stammende Mutter führt ein Antiquitätengeschäft und baut eine bedeutende Kunstsammlung auf. Albert Straus beginnt eine Lehre im Bankgeschäft und studiert Nationalökonomie und Psychologie. Nach dem Ersten Weltkrieg ist er als Assistent am Psychologischen Institut der Technischen Hochschule in Berlin tätig, bevor er in das Geschäft seines 1905 verstorbenen Vaters eintritt, das jedoch 1938 „arisiert” wird.
Während sein jüngerer Bruder, der bekannte Psychiater und Philosoph Erwin Straus, 1938 in die USA auswandert, bleibt Albert, der zum evangelischen Glauben konvertiert ist und unter dem Namen Negbaur lebt, mit seiner Mutter in Deutschland. Nachdem seine Mutter 1942 gestorben ist, entschließt er sich 1944 mithilfe von Angehörigen der Widerstandsgruppe um Anton Saefkow und Franz Jacob unterzutauchen.
Albert Straus-Negbaur wird am 30. Juni 1944 festgenommen und in der Prinz-Albrecht-Straße 8 und im Gestapo-Gefängnis Potsdam inhaftiert. Am 14. August 1944 wird er in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert, wo er als Hilfskalfaktor eingesetzt wird. Am 15. Februar 1945 wird er mit zwei weiteren jüdischen Häftlingen in das Sammellager Schulstraße überstellt, wo er das Kriegsende erlebt.


