Franz Sperr
23. Januar 1945, Berlin-Plötzensee
Der aus dem Bayerischen Heer kommende Berufsoffizier Franz Sperr wird am 27. Oktober 1918 als aktiver Soldat zur Dienststelle des bayerischen Militärbevollmächtigten in Berlin versetzt. In seiner Funktion als stellvertretender Militärbevollmächtigter gehört er auch dem Reichsrat an. Nachdem es im Sommer 1919 in Folge der Neuorganisation des Reichsheeres keine Militärbevollmächtigten der Länder mehr gibt, wird Franz Sperr Ministerialrat in der Bayerischen Gesandtschaft in Berlin und gehört seitdem zum Bayerischen Staatsministerium des Äußeren. Zeitgleich scheidet er aus dem aktiven Militärdienst aus.
Mit der Aufhebung der deutschen Länder verliert Franz Sperr Ende 1934 sein Amt als Bayerischer Gesandter beim Reich und geht seitdem einer privatwirtschaftlichen Tätigkeit nach. In den folgenden Jahren sammelt er einen Kreis von Gleichgesinnten um sich, die eigene politische Ziele verfolgen und in Bayern die Ablösung der Nationalsozialisten anstreben. Im Winter 1942 kommt Franz Sperr durch die Vermittlung der Jesuitenpatres Alfred Delp und Augustin Rösch mit dem Kreisauer Kreis in Verbindung und lernt Helmuth James Graf von Moltke kennen. Im Juni 1944 trifft Franz Sperr auch mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg zusammen.
Obwohl er ein Attentat ablehnt, wird Franz Sperr nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 festgenommen und im Berliner Zellengefängnis Lehrter Straße inhaftiert. Wegen der Nichtanzeige der Attentatsplanungen sowie wegen der Verbindungen zum Kreis um Moltke wird er am 11. Januar 1945 vom „Volksgerichtshof” zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee ermordet.


























