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Curt Selten

8. Januar 1902, Berlin
13. Februar 1968, Berlin (West)

Curt Selten kommt als Sohn der Kinder­gärt­nerin Therese Bern­klau zur Welt und wird 1912 von seinem Vater, dem jüdischen Kauf­mann Detmund Selten, adop­tiert. Er absol­viert eine kauf­män­nische Aus­bildung im Ma­schinen­bau­unter­nehmen Oren­stein & Koppel. 

Ab 1934 ist er Ver­kaufs­leiter der Berliner Nieder­lassung der Ersten Ost­preu­ßischen Bett­federn­fabrik Jakob Klimowski. Als Jakob Klimowski nach den Novem­ber­pogro­men 1938 in das KZ Sach­sen­hausen ver­schleppt wird, setzen sich ver­schie­dene Freunde, darunter auch Curt Selten, für ihn ein. Klimowski kommt nach mehreren Wochen frei und kann nach Groß­britannien emigrie­ren. Selten gründet 1938 eine eigene Bett­federn­groß­handlung. 

Im Oktober 1944 lernt er durch Hans-Dietrich Pater­mann, mit dem er seit seiner Schul­zeit befreun­det ist, den auf der Flucht befind­lichen Ludwig Gehre und dessen Frau Hanna kennen. Gehre, der zum Wider­stands­kreis im Amt Ausland/Abwehr des Ober­kom­mandos der Wehr­macht gehört, kann sich mit seiner Frau mit Hilfe eines breiten Kreises von Unter­stüt­zerin­nen und Unter­stützern bis Novem­ber 1944 ver­bergen. Curt Selten beher­bergt das Ehe­paar Gehre für mehrere Tage in seinen Geschäfts­räumen. 

Curt Selten wird am 14. Dezem­ber in seinem Büro fest­ge­nom­men und in das Zellen­ge­fäng­nis Lehrter Straße 3 einge­liefert. Da ihm nicht nach­ge­wie­sen werden kann, dass er von den Wider­stands­akti­vi­täten Gehres wusste, wird Curt Selten nach acht­wöchiger Einzel­haft am 9. Februar 1944 ent­lassen. 

Ab 1948 ist er als Geschäfts­führer und Gesell­schafter der Bett­federn­fabrik Nord GmbH in Berlin-Witte­nau tätig.