Ulrich Freiherr von Sell
12. November 1945, Sowjetisches Speziallager Nr. 6 Jamlitz
Ulrich Freiherr von Sell ist Vermögensverwalter und Verwalter der Privatschatulle des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. 1919 heiratet er Augusta von Brauchitsch, aus der Ehe gehen zwei Kinder hervor. Sell verfügt über enge Beziehungen zu den Widerstandskreisen im Amt Ausland/Abwehr, insbesondere zu Hans Oster und Wilhelm Canaris. Stauffenbergs Adjutant Werner von Haeften ist ein Vetter seiner Frau Augusta. Sell nimmt an verschiedenen Beratungen in der Bendlerstraße teil und ist von den Verschwörern als Verbindungsoffizier im Wehrkreis IX (Kassel) vorgesehen.
Drei Tage nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wird Sell von der Gestapo festgenommen und am 25. Juli in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert. Aus Mangel an Beweisen wird er am 30. März 1945 aus der Haft entlassen.
Am 7. Mai 1945 wird er beim Versuch, einen früheren Mitarbeiter von dem falschen Verdacht nationalsozialistischer Betätigung zu entlasten, vom sowjetischen Geheimdienst NKWD in das Internierungslager Jamlitz bei Lieberose in Brandenburg verschleppt. Von der Haft geschwächt, stirbt Ulrich Freiherr von Sell dort am 12. November 1945 an Unterernährung.








