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Karl Seitz

4. September 1869, Wien
3. Februar 1950, Wien

Karl Seitz absol­viert nach einer Schneider­lehre das Lehrer­seminar in St. Pölten. Er enga­giert sich in der Lehrer­bewegung und setzt sich für die Sozialde­mo­kra­tie ein. 1901 wird er in den Reichs­rat gewählt und zieht im folgenden Jahr als einziger Ver­treter der Sozial­demo­kratischen Arbei­ter­partei in den nieder­öster­reichi­schen Land­tag ein. Nach dem Ersten Welt­krieg ist Seitz Präsident der Konsti­tuie­renden National­ver­sammlung, zwischen 1920 und 1934 Mit­glied des National­rats und bekleidet von 1923 bis 1934 das Amt des Bürger­meisters von Wien. Im Rahmen der Februar­kämpfe 1934 wird er unter dem Vor­wurf des Hoch­verrats festge­nommen und bis Dezember 1934 inhaf­tiert. 

Nach dem „Anschluss” Österreichs 1938 wird Seitz von der Gestapo für einige Tage in Haft genom­men. Die Ver­schwörer vom 20. Juli 1944 nehmen über Jakob Kaiser Kontakt zu Seitz auf, der nach einem erfolg­reichen Staats­streich als Poli­tischer Beauf­tragter im Wehr­kreis XVII (Wien) vorge­sehen ist. 

Nach dem Scheitern des Atten­tats wird er in der Nacht zum 21. Juli fest­ge­nom­men und in das Gesta­poge­bäude am Wiener Morzin­platz gebracht, wo er bis zum 21. Au­gust 1944 bleibt. Anschlie­ßend wird er nach Berlin überführt und nach einer Nacht im Poli­zeige­fäng­nis am Alexan­der­platz in das KZ Ravens­brück gebracht. Obwohl die Ermittlungen gegen ihn erfolg­los ver­laufen, bleibt Seitz zunächst in Haft und wird am 27. Januar 1945 in das Zellen­gefängnis Lehrter Straße 3 einge­liefert. Anfang März wird er zur Stapo­stelle Weimar über­stellt und bis Kriegs­ende im thürin­gischen Plaue festge­halten, wo er poli­zeilich über­wacht wird. 

Im Juni 1945 kehrt er nach Wien zurück, über­nimmt zeit­weise den Vorsitz der SPÖ und wird in den National­rat gewählt.

Portrait: Karl SeitzKarl Seitz