Karl Seitz
3. Februar 1950, Wien
Karl Seitz absolviert nach einer Schneiderlehre das Lehrerseminar in St. Pölten. Er engagiert sich in der Lehrerbewegung und setzt sich für die Sozialdemokratie ein. 1901 wird er in den Reichsrat gewählt und zieht im folgenden Jahr als einziger Vertreter der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in den niederösterreichischen Landtag ein. Nach dem Ersten Weltkrieg ist Seitz Präsident der Konstituierenden Nationalversammlung, zwischen 1920 und 1934 Mitglied des Nationalrats und bekleidet von 1923 bis 1934 das Amt des Bürgermeisters von Wien. Im Rahmen der Februarkämpfe 1934 wird er unter dem Vorwurf des Hochverrats festgenommen und bis Dezember 1934 inhaftiert.
Nach dem „Anschluss” Österreichs 1938 wird Seitz von der Gestapo für einige Tage in Haft genommen. Die Verschwörer vom 20. Juli 1944 nehmen über Jakob Kaiser Kontakt zu Seitz auf, der nach einem erfolgreichen Staatsstreich als Politischer Beauftragter im Wehrkreis XVII (Wien) vorgesehen ist.
Nach dem Scheitern des Attentats wird er in der Nacht zum 21. Juli festgenommen und in das Gestapogebäude am Wiener Morzinplatz gebracht, wo er bis zum 21. August 1944 bleibt. Anschließend wird er nach Berlin überführt und nach einer Nacht im Polizeigefängnis am Alexanderplatz in das KZ Ravensbrück gebracht. Obwohl die Ermittlungen gegen ihn erfolglos verlaufen, bleibt Seitz zunächst in Haft und wird am 27. Januar 1945 in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert. Anfang März wird er zur Stapostelle Weimar überstellt und bis Kriegsende im thüringischen Plaue festgehalten, wo er polizeilich überwacht wird.
Im Juni 1945 kehrt er nach Wien zurück, übernimmt zeitweise den Vorsitz der SPÖ und wird in den Nationalrat gewählt.





