Fritz Schwinzert
18. Dezember 1971, Heidelberg
Fritz Schwinzert wächst als Sohn eines Kellners in Berlin-Schöneberg auf und absolviert nach der Volksschule eine Konditorlehre. Nach einer Zwischenstation als Arbeiter in Hamburg arbeitet er ab 1924 in Berlin im Bau- und Gaststättengewerbe und betreibt zwei Jahre ein Lebensmittelgeschäft in Berlin-Schöneberg.
Ab 1935 arbeitet er in der AEG-Turbinenfabrik in der Huttenstraße in Berlin-Moabit. 1936 muss er wegen einer Nervenentzündung die körperliche Arbeit aufgeben und wird als kaufmännischer Angestellter weiterbeschäftigt, zuletzt als Fabrikinspektor und Leiter des Transportwesens.
Fritz Schwinzert schließt sich bereits 1936 der kommunistischen Betriebsgruppe um Wilhelm Leist an, beteiligt sich an der Weitergabe von Flugblättern und an den Sammlungen für Verfolgte des NS-Regimes. Im Februar 1943 wird er das erste Mal von der Gestapo festgenommen, denn er hat außerdem noch Kontakt zu Robert Uhrig und dessen Gruppe. Nach einem Verhör und einer Gegenüberstellung mit Uhrig wird er jedoch wieder freigelassen.
Am 22. Februar 1945 wird Fritz Schwinzert erneut festgenommen und im Zellengefängnis Lehrter Straße 3 inhaftiert. Angeklagt wegen „Nichtanzeige eines hochverräterischen Unternehmens” wird er vom Berliner Kammergericht am 21. März 1945 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Fritz Schwinzert wird am 27. April 1945 von der Roten Armee aus dem Gefängnis Moabit befreit.


