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Ludwig Schwamb

30. Juli 1890, Undenheim/Rheinhessen
23. Januar 1945, Berlin-Plötzensee

Ludwig Schwamb schlägt nach einem juris­ti­schen Stu­dium und seiner zeit­wei­ligen Nieder­lassung als Rechts­anwalt 1925 die Ver­wal­tungs­lauf­bahn ein. Als Sozial­demo­krat wird er 1928 zu­sam­men mit Carlo Mieren­dorff als per­sön­licher Refe­rent in das hes­sische Innen­minis­terium unter Wil­helm Leu­sch­ner be­rufen. Nach der national­sozia­listischen Macht­über­nahme ver­liert er 1933 sein Amt, siedelt nach Berlin über und arbeitet als Syn­dikus in einer Schuh­fabrik.

In den fol­gen­den Jahren hält Schwamb engen Kon­takt zu seinen sozial­demo­kratischen Freun­den Wilhelm Leuschner, Carlo Mieren­dorff und Julius Leber, die erst nach und nach aus den Kon­zen­trations­lagern ent­lassen werden. Für die Zeit nach einem erfolg­reichen Um­sturz­versuch ist Ludwig Schwamb als poli­tischer Unter­beauf­tragter für den Wehr­kreis XII (Wies­baden) vor­geseh­en. Er gehört zudem dem Kreisauer Kreis an und stellt seine Wohnung in Berlin-Wil­mers­dorf für Treffen zur Verfügung.   

Nach dem geschei­terten Atten­tat wird er zu­sammen mit seiner Frau Elisabeth, die zehn Tage später wieder frei­kommt, am 23. Juli 1944 in Frank­furt am Main fest­genom­men. Am 18. August wird er nach Berlin gebracht und zunächst im „Hausgefängnis” der Gestapo und am 17. Oktober im Zellen­ge­fäng­nis Lehrter Straße 3 inhaf­tiert. 

Ludwig Schwamb wird vom „Volks­gerichts­hof” am 13. Ja­nuar 1945 zum Tode ver­ur­teilt und am 23. Januar in Berlin-Plötzen­see ermor­det.

[Ludwig] Schwamb war ein ernster, ent­schlossener und stiller Mann. Er war Sozialist und ausge­sprochen religiös. Seine Tätig­keit war so unauf­fällig, daß [Wilhelm] Leuschner ihn zu den schwierig­sten Auf­gaben heranzog. Er führte Ver­hand­lungen mit den Wehr­kreis­komman­deuren im Auftrag der Berliner Zentrale, er hat die wichtigsten Männer in seinem Bereich heran­gezogen … .

Emil Henk über Ludwig Schwamb und dessen Aufbau der sozialdemokratischen Widerstandsorganisation im hessischen Raum, 1946

Quelle: Emil Henk, Die Tragödie des 20. Juli 1944. Ein Betrag zur politischen Vorgeschichte, Heidelberg 1946, S. 49.

Portrait: Ludwig SchwambLudwig Schwamb