Viktor Schulz
3. November 1978, Berlin (West)
Viktor Schulz studiert nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg Nationalökonomie und absolviert eine Ausbildung im Bank- und Exportwesen. Seit Mitte der 1930er Jahre ist er in der Industrie tätig, zuletzt als Direktor des Berghaus-Konzerns. Viktor Schulz ist mit Reichskriminaldirektor Arthur Nebe und mit dem Polizeiarzt Albrecht Olbertz befreundet. Nach dem Scheitern des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 gewährt er dem untergetauchten Arthur Nebe Unterkunft.
Nachdem sich der Verdacht einer Beteiligung Nebes am Umsturzversuch vom 20. Juli für die Gestapo erhärtet hat, wird Viktor Schulz am 16. August 1944 festgenommen und zum Verbleib Nebes verhört. Am 7. September 1944 wird er zunächst wieder freigelassen. Nach der Festnahme Nebes am 16. Januar 1945 belastet dieser in Verhören seine Fluchthelfer schwer.
Viktor Schulz wird am 20. Januar 1945 erneut festgenommen und in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 eingeliefert. Wiederholt wird er in der Gestapozentrale in der Prinz-Albrecht-Straße 8 verhört. Am 23. März 1945 legt der Oberreichsanwalt beim „Volksgerichtshof” die Anklage gegen Schulz und weitere Fluchthelfer Nebes vor.
Ein für den 21. April 1945 angesetzter Verhandlungstermin kommt aufgrund der Kriegsentwicklung nicht mehr zustande. Viktor Schulz wird am 23. April 1945 zunächst formal der Justiz überstellt und am 25. April aus dem Zellengefängnis Lehrter Straße entlassen.

















