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Otto Schniewind

15. August 1887, Köln
26. Februar 1970, Starnberg

Der Jurist Otto Schniewind tritt 1919 in den Dienst des Reichs­schatz­amtes und 1925 in das Preußische Han­dels­minis­terium ein. 

Nach der Macht­über­nahme der Natio­nal­sozialis­ten wird Schniewind zum Staats- und Reichs­kom­missar an der Berliner Börse ernannt und wechselt 1935 in das Reichs­wirt­schafts­minis­terium. 1937 in das Direk­torium der Reichs­bank berufen, beendet er die seine Mitar­beit nach einem knappen Jahr, weil er die Methoden der Rüs­tungs­finan­zierung ablehnt. Danach betätigt er sich auf Bitten der Familie Aufhäuser als Privat­bankier in dem „arisierten” Bank­haus Seiler & Co.; Siegfried Aufhäuser über­trägt ihm zudem sein Amt als schwe­discher General­konsul, Schniewind erhält in diesem Zusam­men­hang die schwedischen Staats­ange­hörig­keit.    

Von den Ver­schwö­rern um Carl Friedrich Goerdeler, dem er als wichtiger Verbin­dungs­mann zu baye­ri­schen Wider­stands­gruppen dient, ist Otto Schnie­wind für den Fall des Umsturzes als Wirt­schafts­minister vor­ge­sehen. Nach dem geschei­terten Atten­tat wird er am 29. Juli auf Schloss Halden­wang bei Burgau in Schwaben fest­genom­men, nach Berlin gebracht und in den Zellen­bau des KZ Ravens­brück einge­liefert. Seine Frau Vera wird in „Sippen­haft” genom­men.

Am 22. Au­gust 1944 wird er in die Ge­stapo-Abtei­lung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 über­stellt und in der Prinz-Al­brecht-Straße 8 wieder­holt ver­hört. Am 6. Dezem­ber wird er erneut in das KZ Ravens­brück ge­bracht, am 23. Januar 1945 jedoch in die Lehrter Stra­ße zurück­verlegt. 

Am 3. März 1945 kommt Otto Schniewind nach einer Inter­ven­tion der schwe­dischen Regie­rung aus der Haft frei.

Portrait: Otto SchniewindOtto Schniewind