Otto Schniewind
26. Februar 1970, Starnberg
Der Jurist Otto Schniewind tritt 1919 in den Dienst des Reichsschatzamtes und 1925 in das Preußische Handelsministerium ein.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wird Schniewind zum Staats- und Reichskommissar an der Berliner Börse ernannt und wechselt 1935 in das Reichswirtschaftsministerium. 1937 in das Direktorium der Reichsbank berufen, beendet er die seine Mitarbeit nach einem knappen Jahr, weil er die Methoden der Rüstungsfinanzierung ablehnt. Danach betätigt er sich auf Bitten der Familie Aufhäuser als Privatbankier in dem „arisierten” Bankhaus Seiler & Co.; Siegfried Aufhäuser überträgt ihm zudem sein Amt als schwedischer Generalkonsul, Schniewind erhält in diesem Zusammenhang die schwedischen Staatsangehörigkeit.
Von den Verschwörern um Carl Friedrich Goerdeler, dem er als wichtiger Verbindungsmann zu bayerischen Widerstandsgruppen dient, ist Otto Schniewind für den Fall des Umsturzes als Wirtschaftsminister vorgesehen. Nach dem gescheiterten Attentat wird er am 29. Juli auf Schloss Haldenwang bei Burgau in Schwaben festgenommen, nach Berlin gebracht und in den Zellenbau des KZ Ravensbrück eingeliefert. Seine Frau Vera wird in „Sippenhaft” genommen.
Am 22. August 1944 wird er in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße 3 überstellt und in der Prinz-Albrecht-Straße 8 wiederholt verhört. Am 6. Dezember wird er erneut in das KZ Ravensbrück gebracht, am 23. Januar 1945 jedoch in die Lehrter Straße zurückverlegt.
Am 3. März 1945 kommt Otto Schniewind nach einer Intervention der schwedischen Regierung aus der Haft frei.





