Ernst Schneider
10. Mai 1970, Berlin (West)
Nach der Volksschule absolviert Ernst Schneider eine Lehre zum Werkzeugmacher und arbeitet anschließend in verschiedenen Großbetrieben, unter anderem bei Borsig, Schwartzkopff und Krupp. Von 1918 bis 1923 ist er Mitglied des kommunistischen Jugendverbandes (KJVD).
1939 wird Ernst Schneider zur AEG in Berlin-Reinickendorf, Drontheimer Straße, dienstverpflichtet. Dort gehört er seit 1941 einer Widerstandsgruppe um Richard Weller und Franz Pieper an, die auch Sabotage an Rüstungsgütern betreibt. Ernst Schneider ist Verbindungsmann zu der Betriebsgruppe der AEG in der Huttenstraße um Wilhelm Leist, die Anfang 1945 von einem Spitzel der Gestapo enttarnt wird.
Ernst Schneider wird am 7. März 1945 an seinem Arbeitsplatz von der Gestapo festgenommen und in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert. Am 24. März 1945 verurteilt ihn das Kammergericht Berlin wegen „Vorbereitung zum Hochverrat” und „Feindbegünstigung” zu sechs Jahren Zuchthaus.
Gemeinsam mit seinem Mitangeklagten Walter Klaus und 75 weiteren Gefangenen wird er in das Strafgefangenenlager Griebo überführt. Am 25. April 1945 werden die Häftlinge des Zuchthauslagers wegen des Vormarsches sowjetischer Truppen entlassen und Ernst Schneider kehrt nach Berlin zurück.


