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Hermann Schilling

15. November 1893, Frankfurt am Main
11. Januar 1961, Ascona

Hermann Schilling absol­viert eine Bank­lehre und wird 1920 Pro­kurist, 1921 Direk­tor der Commerz­bank-Filiale in Frank­furt am Main. Im Okto­ber 1933 wird er im Rang eines Staats­finanz­rates Mit­glied der General­direk­tion der Preu­ßischen Staats­bank und Vor­stands­mit­glied der Hol­ding-Gesell­schaft für den Indus­trie­besitz des Lan­des Preußen. 

Sein Stief­bruder ist der seit 1936 im Amt Aus­land/Ab­wehr im Ober­kom­man­do der Wehr­macht ein­ge­setzte Fried­rich Wil­helm Heinz. Heinz ist be­reits 1938 an Um­sturz­plänen beteiligt und ent­zieht sich nach dem geschei­terten Umsturz­versuch vom 20. Juli 1944 einer Fest­nahme. 

Im Novem­ber 1944 werden seine Ehe­frau Hedwig Heinz sowie Her­mann Schilling in „Sippen­haft” genommen. Schilling, dem eigene Kon­takte zu den Ver­schwö­rern vor­ge­worfen werden, wird am 17. Novem­ber in das Zellen­ge­fäng­nis Lehrter Straße 3 einge­liefert. In den letzten Kriegs­wochen kann er gegen­über der Gefäng­nis­leitung durch­setzen, dass die Häft­linge während der Bomben­angriffe die Keller­räume auf­suchen können, die er gemein­sam mit einer Gruppe von Mit­gefan­genen ab Februar 1945 not­dürftig aus­bauen kann. Er bleibt bis zum 21. April 1945 in Haft. 

1947 tritt er als Gesell­schaf­ter in das Bank­haus Brinck­mann, Wirtz & Co. ein.

Es gelang mir, die Komman­danten des Gefäng­nisses zu über­reden, daß ich mit mehreren Häft­lingen die Keller wenigstens zu primi­tiven Luft­schutz­räumen aus­bauen durfte, um zu erreichen, daß bei Alarm sämtliche Häft­linge die Keller auf­suchen durften. Nur mit größter Mühe gelang es, die Todes­kandi­daten und Kommu­nisten eben­falls in die Keller zu bringen.

Hermann Schilling über seine Haft in einem nach dem Krieg verfassten Lebenslauf

Quelle: Landesarchiv Berlin, C Rep. 118-01, Nr. 98

Portrait: Hermann SchillingHermmann Schilling, um 1945