‹ zurück zur Übersicht

Dietrich Schatz

8. Juni 1914, Berlin
unbekannt

Dietrich Schatz tritt 1934 in die Reichs­wehr ein, nimmt nach dem Beginn des Zweiten Welt­krieges am West­feld­zug sowie am Krieg gegen die Sowjet­union teil und wird bis 1944 zum Major befördert. Am 29. Novem­ber 1944 wird er in Kur­land festge­nommen, nach Berlin gebracht und dort in das „Haus­gefäng­nis” der Gestapo in der Prinz-Al­brecht-Straße 8 ein­geliefert. Am 2. Dezem­ber wird er in die Gesta­po-Abtei­lung des Zellen­gefäng­nisses Lehrter Straße 3 über­stellt. 

Erst in Berlin erfährt er, dass er sich in „Sippen­haft” für seinen Vetter Hans-Bernd Gisevius befindet. Dieser gehört zum Kreis der Ver­schwö­rer vom 20. Juli 1944, kann jedoch in die Schweiz ent­kommen. Dietrich Schatz unter­liegt in der Lehrter Straße einer strengen Einzel­haft, ohne Lese- und Schreib­erlaubnis. 

Am 22. Januar 1945 wird er in das Kon­zen­trations­lager Stutt­hof gebracht, wo er auf seine Cousine Anne­liese Gisevius trifft. Zusammen mit anderen „Sippen­häftlingen” beginnt für sie eine Odyssee durch ver­schie­dene Lager. Am 16. April 1945 erreicht die Gruppe das KZ Dachau. Bei der Eva­kuierung des Lagers werden Dietrich Schatz, Reinhard Goerdeler, Franz von Hammer­stein und zwei weitere „Sippen­häft­linge” von der Gruppe getrennt und müssen sich den Häft­lings­kolonnen ein­reihen, die zu Fuß in Rich­tung Tirol gehen sollen. 

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai 1945 werden sie von ihren SS-Bewachern auf einem Bauern­gehöft zurück­gelassen. Der weitere Lebens­weg von Dietrich Schatz ist nicht bekannt.   

Wir ... hatten einen Pferde­wagen für unser Gepäck und über­nach­teten bei Bauern oder in Scheunen. ... Am 30. April wurden wir auf einem ein­samen Bauern­gehöft in den Keller gesperrt. Als wir am 1. Mai nach oben kamen, war die SS ver­schwunden, die Bauern gaben uns Früh­stück, draußen fuhren die Amis und nahmen uns nach München mit.

Franz von Hammerstein über ihre Befreiung in einem Vortrag vom 19. Juli 1999

Quelle: Franz von Hammerstein, Gestapohäftling in Berlin – Sippenhäftling in Buchenwald – Sonderhäftling in Dachau, hg. von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin 1999, S. 10.

Portrait: Dietrich SchatzDietrich Schatz, um 1946