Arthur Rosenberg
1. August 1957, Berlin (West)
Arthur Rosenberg wird als Sohn des jüdischen Hoteliers Semi Rosenberg geboren. Er studiert Medizin in Königsberg und lässt sich 1903 als praktischer Arzt in Berlin nieder. Seit 1920 ist er mit der Violinistin Elisabeth Bodenstein verheiratet, 1924 und 1926 kommen die Söhne Heinz und Walter zur Welt.
Nachdem jüdischen Ärzten am 1. Oktober 1938 die Approbation entzogen wird, darf Arthur Rosenberg nur noch Familienangehörige und Jüdinnen und Juden behandeln. Das Ehepaar Rosenberg lebt seit Mitte der 1930er Jahre getrennt, da Arthur Rosenberg jedoch durch die Ehe mit seiner nichtjüdischen Frau vor der Deportation geschützt ist, lässt sich das Paar nicht scheiden. 1939 emigrieren die beiden Söhne nach Großbritannien.
Ab 1943 teilen sich Arthur und Elisabeth aufgrund ihrer zunehmend schwieriger werdenden finanziellen Situation wieder eine gemeinsame Wohnung. Auf Bitten von Elisabeth Rosenbergs Freund Hans John versteckt das Ehepaar dort mehrfach den flüchtigen Ludwig Gehre, der zum Widerstandskreis im Amt Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht gehört.
Am 4. Oktober 1944 werden beide festgenommen. Arthur Rosenberg wird in das Zellengefängnis Lehrter Straße 3 eingeliefert, seine Ehefrau im Gerichtsgefängnis Kantstraße 79 inhaftiert. Arthur Rosenberg wird am 15. Februar 1945 in das Sammellager Schulstraße überstellt, wo er das Kriegsende erlebt. Danach praktiziert er wieder als Arzt.


