Wilhelm Roloff
22. Februar 1979, Mississauga
Wilhelm Roloff gehört ab 1931 dem Vorstand der deutschen Hochseefischerei AG „Nordsee“ an. 1934 heiratet er Alexandra von Alvensleben. Seit 1936/37 unterhält er zahlreiche Verbindungen zu oppositionellen Kreisen. Zwischen August 1940 und April 1943 ist er neben seiner zivilen Tätigkeit Sachverständiger für Ernährung im Heeresverwaltungsamt des Oberkommandos des Heeres.
Im März 1944 nimmt er mit Gerhard von Schwerin, Fritz Lindemann und Erich Fellgiebel an Besprechungen auf dem Gut Heinrich Graf von Lehndorff in Ostpreußen teil und erhält den Auftrag, während einer Geschäftsreise Kontakte zum Nationalkomitee Freies Deutschland herzustellen, ihm wird jedoch die Ausreise untersagt. Bei weiteren Treffen erklärt er sich bereit, im Fall eines gelungenen Staatsstreiches ein führendes Amt im Reichsernährungsministerium zu übernehmen.
Wilhelm Roloff wird am 28. Juli festgenommen und am 31. Juli 1944 in die Gestapo-Abteilung des Zellengefängnisses Lehrter Straße eingeliefert. Nach einer Vernehmung unternimmt er einen Selbstmordversuch und wird am 4. August 1944 in die Haftabteilung des Staatskrankenhauses der Polizei eingeliefert. Am 21. November wird er in die Lehrter Straße zurückverlegt und erneut verhört, zu dem geplanten Prozess gegen ihn kommt es jedoch nicht mehr. Am 22. April 1945 wird er aus der Haft entlassen.
1946 verlässt Wilhelm Roloff Deutschland und lebt bis 1953 in Abessinien (Äthiopien) und von 1953 bis zu seinem Tod in Kanada.


