Woldemar Rodin
2. April 1975, Hamburg
Woldemar Rodin wächst in St. Petersburg als Sohn eines Mathematiklehrers auf. Nach dem Abitur beginnt er ein Schiffsbaustudium, wird jedoch 1916 zur russischen Armee eingezogen. 1917 geht er nach Berlin, setzt sein Studium an der Technischen Hochschule in Charlottenburg fort und erwirbt im darauffolgenden Jahr sein Ingenieursdiplom. Ab 1920 ist er für verschiedene Werften tätig und übernimmt 1936 die Leitung der F. Schichau GmbH in Königsberg, dem wichtigsten Unternehmen der Rüstungsindustrie in Ostpreußen während des Zweiten Weltkrieges.
Im Frühjahr 1945 wird er zusammen mit Martin Hartung, dem Leiter der Königsberger Werke und Straßenbahn GmbH, auf Veranlassung des ostpreußischen Gauleiters Erich Koch festgenommen, da sie Königsberg „zu früh und ohne Befehl” verlassen hätten; Koch verhindert eine geordnete Evakuierung der Bevölkerung. Rodin und Hartung werden nach Berlin gebracht und am 14. Februar 1945 in die Gestapo-Sonderabteilung des Zellengefängnisses in der Lehrter Straße eingeliefert.
Am 27. Februar 1945 wird Woldemar Rodin aus der Haft entlassen und als Leiter des Oberwerftstabes in Norwegen eingesetzt. Nach Kriegsende ist er als Schiffsbauingenieur in Hamburg tätig.





