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Woldemar Rodin

29. Juni 1895, St. Petersburg (Leningrad)
2. April 1975, Hamburg

Woldemar Rodin wächst in St. Peters­burg als Sohn eines Mathe­matik­lehrers auf. Nach dem Abitur beginnt er ein Schiffs­bau­studium, wird jedoch 1916 zur russischen Armee ein­ge­zogen. 1917 geht er nach Berlin, setzt sein Studium an der Tech­nischen Hoch­schule in Charlotten­burg fort und erwirbt im darauf­folgen­den Jahr sein Inge­nieurs­diplom. Ab 1920 ist er für ver­schie­dene Werften tätig und über­nimmt 1936 die Leitung der F. Schi­chau GmbH in Königs­berg, dem wichtig­sten Unter­nehmen der Rüs­tungs­industrie in Ost­preußen während des Zweiten Welt­krieges. 

Im Frühjahr 1945 wird er zusammen mit Martin Hartung, dem Leiter der Königs­berger Werke und Straßen­bahn GmbH, auf Veran­lassung des ostpreu­ßischen Gau­leiters Erich Koch fest­genommen, da sie Königs­berg „zu früh und ohne Befehl” verlassen hätten; Koch verhindert eine geord­nete Evakuierung der Bevöl­kerung. Rodin und Hartung werden nach Berlin gebracht und am 14. Februar 1945 in die Gesta­po-Sonderab­teilung des Zellen­gefäng­nisses in der Lehrter Straße eingeliefert. 

Am 27. Febru­ar 1945 wird Woldemar Rodin aus der Haft ent­lassen und als Leiter des Ober­werft­stabes in Norwegen ein­gesetzt. Nach Kriegs­ende ist er als Schiffs­bau­ingenieur in Hamburg tätig.

Portrait: Woldemar RodinWoldemar Rodin